Warum ist Wohnen ist mehr als Verwalten, Herr Hilge?
Shownotes
Was bedeutet es, wenn ein Wohnungsunternehmen nicht nur Häuser bewirtschaftet, sondern Quartiere lebt? Stefan Bürger spricht mit Alexander Hilge, Geschäftsführer der KOWO – der kommunalen und größten Wohnungsgesellschaft in Erfurt – über das, was oft unterschätzt wird: die soziale Dimension des Wohnens, die Komplexität von Großwohnsiedlungen und die Frage, wie sich wirtschaftliche Verantwortung und menschliche Nähe miteinander vereinbaren lassen. Es geht um Plattenbauten mit jeweils bis zu 500 Wohnungen und mehr als 1500 Mietern, die mehr an ein Dorf erinnern als an ein Gebäude. Zudem um Quartiersteams, die nicht einfach nur verwalten, sondern vor Ort sichtbar sind und um die Frage, ab wann ein Wohnungsunternehmen aufhört, Hausverwalter zu sein und anfängt, Hausgemeinschaften zu betreuen. Gleichzeitig geht es um die technische Seite: Strangsanierungen im bewohnten Hochhaus, Brandschutzanforderungen, Aufzüge, die auf jeder dritten Etage halten – und die ehrliche Einschätzung, dass diese Gebäude eine finanzielle Altlast darstellen, die man trotzdem annehmen muss. Und wie intelligente Pumpensysteme helfen konnten, 30 Prozent Energie einzusparen. Im Gespräch wird schnell klar: Viele Herausforderungen entstehen nicht durch fehlende Technik, sondern durch das, was zwischen den Menschen passiert. Lärm, Vandalismus, Sprachbarrieren, Vereinsamung und die Frage, wie man den Funken von Gemeinschaft von einer Generation zur Nächsten überspringen lässt. Alexander Hilge erklärt, warum genau hier der eigentliche Auftrag liegt und weshalb Sport im Quartier manchmal genauso wichtig ist wie eine Renovierung. Außerdem geht es um die Rolle der Wohnungswirtschaft zwischen Stadtpolitik, sozialen Trägern und wirtschaftlicher Realität: Wer kümmert sich wirklich um Großwohnsiedlungen? Und auch die persönliche Seite kommt nicht zu kurz: Alexander Hilge erzählt, wie aus einem Juristen, der Kommunen beraten hat, ein Geschäftsführer wurde, der selbst in einem Plattenbau aufgewachsen ist – und was ihn bis heute antreibt.
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00:00:00: Ja, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.
00:00:02: Heute zusammen mit Herrn Alexander Helge dem Geschäftsführer der COVO – der größten städtischen Wohnungsgesellschaft hier in Erfurt.
00:00:11: Herzlich willkommen!
00:00:11: Schön dass Sie da sind.
00:00:13: Hallo Herr Burger.
00:00:15: Wir beschäftigen uns heute mit Großwohnsiedlungen.
00:00:18: Das ist für viele ein außergewöhnliches Thema.
00:00:21: Man denkt bei Immobilien jetzt nicht unbedingt im Siedlungsformat, sondern man hat Straßenzeilen oder Gebäude, Blöcke im Kopf, aber so eine ganze Siedlung – das ist gar nicht so gewöhnlich!
00:00:32: Wie würden Sie denn eine Siedelung definieren?
00:00:34: Ab wann ist für die Kobo- oder für sie persönlich eine Siegelung eine
00:00:38: Siedzelung?!
00:00:39: Also wir denken da in der Dimension unserer Stadtteile.
00:00:42: tatsächlich haben wir in Erfurt einige Großwohnsiedlungen, die sozusagen als klassische Elemente des sozialistischen Wohnungsbaus entstanden sind.
00:00:51: Als es da vor vielen Jahren auch schon mal um die Wohnungsfrage allgemein ging.
00:00:54: Für uns in einer Großwohnsiedlung wohnen durchaus mal drei bis fünftausend Menschen und in diesen Großwohlensiedlungen haben wir dann auch entsprechend große Häuser.
00:01:04: vielleicht kann man da sagen unser größtes Haus hat immerhin fünfundet Mietparteien.
00:01:08: das ist eine ganze Wohnscheibe.
00:01:10: da gibt es manchmal schon in der Polizei und einen Ortsteilbürgermeister, wenn man das in einem Dorf sehen würde.
00:01:15: Und das ist bei uns manchmal ein Haus.
00:01:18: Unglaublich diese Dimensionen.
00:01:19: vielleicht gehen wir da eine Nummer näher mit rein.
00:01:21: Sie sagen gerade fünfhundert Mietparteien dann sind das ja tausendtausend zweihunderttausends dreihundert Menschen also wirklich ein Dorf in einem Haus.
00:01:29: was zeichnet so ein Gebäude besonders aus?
00:01:33: Also es ist unwahrscheinlich komplex und auch echt herausfordernd.
00:01:37: Es sind große Wohnschreiben elf Geschosse die nicht nur lang sind, vielleicht eine chinesische Mauer sondern gefaltet und bei uns heißen die dann Y oder Doppel Y schreiben also wenn man von oben drauf schaut.
00:01:49: aber wir haben natürlich auch sehr hohen Aufwand in der Bewirtschaftung.
00:01:53: Wir haben da mehrere Kollegen als Hausmeister die unterwegs sind, mehrere Bewirtschafter die auch dort die Mieter natürlich irgendwie kennen müssen.
00:02:00: es ist eben auch wie im kleinen Dorf.
00:02:02: Es gibt einen großen Teil Menschen, mit denen kann man ganz gut zusammenleben.
00:02:06: Und ab und zu gibt es auch mal vielleicht einen kleinen Unruhe-Stifter, mit dem man mal intensiv ans Gespräch gehen muss.
00:02:11: Sehr interessant!
00:02:12: Bevor wir auf das ganze Quartier gehen jetzt noch eine Nummer tiefer gerade über solche große sehr fast Wohnmaschinen die wir da haben.
00:02:20: wie organisieren Sie das?
00:02:22: Also gibt's da einen Mitarbeiter der sich spezialisiert auf so ein Gebäude also so der Hausmeister der auch gleichzeitig Hausfahrt ist und für Ordnung sorgt oder Sie ist da ein Team unterwegs, also wie kann man so ein Gebäude überhaupt in irgendeiner Art und Weise organisatorisch gut bewirtschaften?
00:02:38: Ja wir hatten tatsächlich die letzten Jahre den Ansatz verfolgt dass unsere Kollegen eigentlich allrounder sein sollten.
00:02:44: Und vom Telefonanruf der jeden Tag reinkommt bis zum Gespräch mit dem Mietervort alles machen sollte.
00:02:50: Davon haben wir uns ein bisschen wegentwickelt und wir sind jetzt echt auf die Quartierebene runtergegangen.
00:02:54: Wir haben kleine Quartiersteams gebildet, in der Regel fünf bis zwölf Kollegen, Hausmeister, Sozialbetreuer, Ermarkter, Kundenbetreueer – wie nennen sie jetzt alle Quartiersmanager?
00:03:05: Und diese Kollegen betreuen dieses kleine Wohngebiet im Schnitt mit tausend bis tausen Fünfhundert Wohneinheiten Und die sind nur dafür da.
00:03:12: Wir wollen, dass sie vor Ort sichtbar und ansprechbar sind für die Menschen.
00:03:17: Wenn ein Mieter unsere zentrale Hotline unseren Kunden-Service anruft, dann kriegt er auch jemanden.
00:03:21: Das ist aber eine zentrale Kundenbetreuung.
00:03:24: Wie wichtig ist es für Sie?
00:03:27: Vielleicht gibt's ja einen Unterschied diese persönliche Komponente.
00:03:31: Dass die Menschen in dem Wohnquartier sichtbaresind oder in solcher Teamstruktur aufgebaut sind... Oder ist letzten Endes einfach ... Die technische Lösung, die Immobilie funktioniert.
00:03:42: Es wird warm, das Wasser ist da, also die ganzen Rahmenbedingungen passen.
00:03:45: Also ist mehr so die technische Komponente wichtig für den Mieter.
00:03:48: Ich würde sagen, es ist fast ein Generationenthema.
00:03:51: Wir merken natürlich, dass unseren älteren Mietern so wahrscheinlich wichtig ist einen persönlichen Kontakt zu haben.
00:03:56: Ein junger Mieter der vielleicht gerade in der Ausbildung oder eine Familie gegründet hat, ist vielleicht auch Digital-Affiner.
00:04:01: Der ist eher für die digitalen Prozesse empfänglich.
00:04:04: aber uns geht's auch darum das wir versuchen die Menschen solange wie möglich im Quartier und der Wohnung zu halten.
00:04:09: Ehrlicherweise ist jeder Wohnungswechsel, der nicht passiert, in guter nicht vorhandener Wohnungswechsel.
00:04:14: Und wir möchten eigentlich, dass auch ältere Mieter so lange wie möglich in dem Wohnung bleiben und deswegen brauchen wir auch die Präsenz vor Ort das Gesicht wo man sich hinwenden kann und vielleicht auch mal zehn Minuten über Sachen redet, die gar nichts mit der Wohnung zu tun haben.
00:04:28: Haben Sie dann auch eigene Büros in den Quartieren?
00:04:32: Die dann auch regelmäßig besetzt sind oder ist in jedem Gebäude quasi eine Dependance?
00:04:37: Wir hatten eine weile lang eigene Kundenzentren in den Quartieren.
00:04:41: Davon sind wir.
00:04:41: mit Corona und Homeoffice sind wir wieder weggegangen, aber tatsächlich gibt es in unseren Häusern haben wir immer noch die alten Mieterbüros.
00:04:48: die Ansprechstellen haben wir und meine Kollegen nutzen das auch wieder sage ich mal durch die Hintertür.
00:04:54: uns sind dort in der Regel zwei Tage in den quartieren vor Ort.
00:04:57: um auch diese persönliche Note am Ende reinzubringen
00:05:00: Bleiben wir noch ein bisschen auf der Mieterebene.
00:05:03: Mit welchen Problemlagen haben Sie vorwiegend zu tun?
00:05:05: Was brandet da so alles auf eine kommunale Wohnungsgesellschaft mit ein, die ja auch so anfassbar ist?
00:05:12: Viele Mitbewerber sind ja nur über Telefone erreichbar und dann kommt mal jemand mit dem Bulli vorgefahren – der fährt aber auch schnell wieder weg!
00:05:19: Sie sind ja dadurch, dass sie so präsent sind, auch kontinuierlich wahrnehmbar und sicherlich auch höher frequentiert.
00:05:25: Was sind so die Themen, die Ihren Mitarbeitern da so begegnen?
00:05:29: Also es ist sehr bunt gemischt.
00:05:30: Also mal angefangen davon, dass das Haus als Haus funktionieren muss und dass irgendwie ein Wasserrohrbruch entsteht und ehrlicherweise eine Großwohnsiedlung auch technisch noch einmal ein Stückchen anspruchsvoller ist um großer Plattenbau als ein fünftgeschossiges Hause.
00:05:45: Wir haben alle Anfang der neunziger viel Geld in die Hand genommen als Wohnungsgesellschaften Und diese Bauteile kriegen jetzt einfach all das Erscheinung.
00:05:53: Das macht's schonmal aufwendig sozusagen in der technischen Bewirtschaftung.
00:05:56: daneben Ist es eben, wenn in so einem Haus, ob's jetzt zwei, dreihundert oder fünfhundert Menschen sind die da leben?
00:06:03: Oder noch mehr ist die ganze Frage des sozialen Zusammenhalts wichtig.
00:06:07: Da gibt's natürlich Wanderlismusspuren.
00:06:09: Da gibts Menschen, die tragen ihre Fahrräder quer durchs ganze Haus mit den Spuren an den Hauswänden bis in die Wohnung im achten Stock oder im elften Stock.
00:06:16: das gefällt dem Nachbarn vielleicht nicht.
00:06:18: und neben Lärm Themen.
00:06:21: Manche reden ja heute auch davon, dass man wieder zu einfachen Bauform zurückkommen soll.
00:06:27: Das ist im klassischen sozialistischen Plattenbau schon damals der Fall gewesen mit relativ dünnen Wänden nicht so optimalem Schallschutz und das merkt man da durchaus und wo viele Menschen zusammenleben knuscht es auch mal und das haben wir entsprechend auszuhalten und auch irgendwie zum moderieren an der Stelle.
00:06:43: insofern managen wir ein bisschen weit auch Zusammenleben im Quartier.
00:06:48: deswegen sind wir gar nicht so sehr Hausverwalter, sondern irgendwie Lebensgemeinschaftsbetreuer und wir haben ehrlicherweise auch einen großen Fokus auf sozialer Betreuung.
00:06:58: Und wir haben in jedem Quartier ein Sozialbetreurer.
00:07:02: die sind teilweise selber mit Migrationshintergrund um auch die Sprachen der Menschen vorzusprechen, die vielleicht auch in den letzten Jahren zu uns gekommen sind und so helfen uns alle untereinander aus und auch um da das Zusammenleben zu fördern.
00:07:13: Es ist ein Personality-Podcast, also geht es auch um die Personality von Alexander Hegel.
00:07:18: Wie gucken Sie persönlich darauf?
00:07:20: Dass sie Chef an einem Unternehmen sind was so eine starke soziale Auswirkungen hat und Sie haben ja gerade von eben ganz basalen menschlichen Bedürfnissen gesprochen.
00:07:28: macht das etwas mit Ihnen?
00:07:29: Ist das für Sie speziell bedeutsam?
00:07:32: Ja absolut!
00:07:33: Für mich steht grundsätzlich der Mensch im Mittelpunkt bei der Tätigkeit.
00:07:36: ich habe hier angefangen bei der Koro vor gut fünf Jahren Und ich habe meinen Kollegen relativ schnell mitgegeben, dass für mich das Mieten nicht hinter der Wohnungstour anfängt.
00:07:45: Sondern für mich fängt das Mieten schon vor dem Gebäude draußen an.
00:07:48: Ich bin ein Verfechter davon, dass sich ein Mensch so fühlt wie es seine gesamte Umwelt anfühlt.
00:07:54: und wenn wir ein Produkt, ein Haus oder eine Wohngemeinschaft anbieten in der man nicht gerne wohnt brauchen wir uns nicht wundern wie der Mensch da drinne mit den Häusern umgeht.
00:08:06: Insofern finde vielleicht auch noch ein Stückchen mehr investieren in Großruhensiedlungen, als das in einer Gewinn- und Verlustrechnung am Ende vertretbar ist.
00:08:16: Denn nur so werden wir diesen Zusammenhalt in den Quartieren tatsächlich halten können.
00:08:20: Und diese Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Zusammenhalt, die ist mir unwahrscheinlich wichtig – und es treibt mich an, denn ich möchte da stabile Quartiere haben!
00:08:31: Nun könnte man ja sagen... dass das eine Aufgabe der Stadt ist oder der Kirchen, vielleicht auch Gewerkschaften.
00:08:38: Also Institutionen die sich sehr menschenbezogen organisieren während wir in der Wohnungswirtschaft eigentlich die Immobilienseite machen sollten.
00:08:48: was entgegnen sie denen?
00:08:50: Dass Sie jetzt als Wohnungsunternehmen doch so eine soziale Komponente als Mitaufgabe definieren?
00:08:55: also erstens sind wir glaube ich genau der Mittler der genau auf diesem Chania sitzt Und wenn wir einfach nur sagen, uns geht es nur ums Haus.
00:09:01: Ich glaube dann erfüllen wir unsere Aufgabe zumindest mal aus der Perspektive einer kommunalen Gesellschaft.
00:09:06: Erführen wir die nicht richtig?
00:09:08: Als kommunale Gesellschaft sind wir eben auch Teil der Stadt.
00:09:11: Wir sind statt!
00:09:12: Ich kann nicht sagen ach da kümmert sich jetzt die Gesellschafterin drum weil ehrlicherweise die Menschen die im Rathaus sitzen sind auch nicht so nah dran weil sie einen ganz anderen Fokus in ihre Tätigkeit haben.
00:09:22: vor Ort sind wir als Wohnungsgesellschaft und wir müssen auch die Bedürfnisse der Menschen übersetzen vielleicht manchmal in Verwaltungsdeutsch und auch unsere Gesellschafterin mitnehmen.
00:09:30: Und das ist meine Aufgabe als Geschäftsführer, auch da mit einer strategischen Planung, mit strategischen Zielen mit der Gesellschafterin ins Gespräch zu kommen und zu sagen, liebe Stadt lasst uns doch demnächst nochmal mehr auch im Großwohnsiedlung drauf schauen!
00:09:45: Das ist ein Punkt den ich genauso gerade mache.
00:09:48: Wir sind hier in Erfurt wir können ja aus einem Fenster schauen.
00:09:50: die Kreme Brücke ist hier in Sicht weiter ein mittelalterlicher Schatz, den wir als Stadt Erfurt haben und wir haben dreißig Jahre lang hier viel Geld ausgegeben um eine tolle Altstadt zu haben.
00:10:00: Liege seit mehreren Monaten unserem Stadtreden auch dem Oberbürgermeister in den Ohren.
00:10:05: ich sage Leute wir müssen den Fokus jetzt auf die Großwohnsiedlung legen.
00:10:08: Die Altstadt ist wunderschön geworden aber Jetzt ist Zeit für andere Ortsteile Und das ist aus meiner Perspektive eine Aufgabe für die nächsten Dreißigjahre.
00:10:18: eben auf die großen Quartiere zu schauen.
00:10:20: Wenn Sie so berichten über die soziale Verantwortung und so wie sie auf den Mieterservice trifft es ja noch gar nicht mal.
00:10:27: Das geht ja nicht ums Service, sondern es geht um Mietervorständnis und auch Mieterhilfe.
00:10:32: Schauen Sie da Erinnerungen an so ein, zwei Erlebnisse die darauf einzahlen wo sie bewegt waren was sie in irgendeiner besonderen Art und Weise auch betroffen gemacht hat.
00:10:43: Was es für einen Unterschied macht wenn ein Unternehmen unterstützt und hilft versus man ist einfach ignoriert und die Leute hinter der Wohnungstür quasi auf sich selbst stellen lässt.
00:10:53: Ich glaube, da gibt es eine ganze Menge Episoden.
00:10:55: Ich gebe dazu, ich bin selber so ein Großwohnsiedlungskind.
00:10:59: Interessant ja!
00:11:00: Ich bin in Häusern der Covo groß geworden als kleiner Junge und manches Haus gibt's heute schon nicht mehr.
00:11:06: Ich hoffe die haben das nicht wegen mir abgerissen aber tatsächlich ist ein Hause, in dem ich mit sechs Jahren gewesen bin wo ich eingeschult wurde, gibt's halt nicht mehr.
00:11:12: Das ist in den letzten Jahren dann durch Abriss rückgebaut worden.
00:11:15: Insofern weiß ich, wie sich das anfühlt in so einem Plattenbau zu leben.
00:11:18: Wir waren ja damals auch alle froh, dass wir einziehen konnten.
00:11:21: Wir kamen teilweise aus Altbauten, die in einem schlechteren baulichen Zustand gewesen sind und viele Menschen haben diese Gemeinschaft, die es gegeben hat vor dreißigvierzig Jahren, die vermissen sie heute.
00:11:32: Und wenn man ins Gespräch kommt ... Bei manchen Mieterfesten treffe ich dann Mietern, die wohnen schon fünfzig Jahre, die sind im ersten Bezug mal eingezogen in einen Plattenbaus.
00:11:40: Die berichten genau von diesem Zusammenhalt in der Hausgemeinschaft wenn heute eben manch einer tatsächlich sich hinter der Tür verschließt und gar nicht mehr zu sehen ist.
00:11:50: Diese Gespräche zeigen mir eigentlich, wie wichtig das ist diese soziale Komponente unbedingt auszukitzeln?
00:11:55: Gibt
00:11:55: es so eine praktische Erinnerung jetzt nicht nur in ihrem eigenen Leben sondern die sie wahrgenommen haben wo Mieter sich besonders vielleicht auch mal positiv geäußert haben?
00:12:06: also gibt's auch meine Resonanz aus der Mieterschaft drauf?
00:12:08: Ja unbedingt!
00:12:09: Ich war vor kurzem bei einem Test.
00:12:10: da haben wir das Fünfzigjährige bestehen des Hauses gefeiert und Herr Mieter eine Chronik mitgebracht.
00:12:15: Und haben sozusagen die letzten Jahre auch dokumentiert, mit Fotos was dort eben alles vorhanden gewesen ist und wie man auch gemeinsam gefeiert hat und wie viele Menschen dort auch entsprechend gewohnt haben.
00:12:26: Wir haben viele Kollegen, die heute bei der COVO sind gesehen, wie sie vielleicht noch vor dreißig Jahren ausgesehen haben.
00:12:32: Das ist dieses lebendige Zeugnis von Gemeinschaft und Zusammenhalt, was wichtig ist.
00:12:37: Und ehrlicherweise sehe ich aber gleichzeitig bei diesen Festen Es ist dann eine Biertuschgranitur, ein Tisch an dem sitzen noch acht ältere Herrschaften.
00:12:46: Und die sitzen da alleine und einen Tisch weiter sitzt aber schon in ganz neuer Teil einer Hausgemeinschaft viel jünger mit Kindern.
00:12:53: Ich glaube es wichtig ist dass man diesen Funken irgendwie zum Überspringen bringt Dass sie das genauso als Gemeinschaft auch wahrnehmen.
00:12:59: Also das was ich berichten kann ich eins zu eins mehr aus meiner Einschätzungen unterstützen, ich sehe es genauso.
00:13:06: Wir sind ein Stück weit Moderator der Hausgemeinschaften und dieses Zusammenführen unterschiedlicher Generationen, unterschiedlicher Lebenswelten, unterschiedliche Kulturen ist ein Riesenfaktor für den Erfolg dass unsere Gesellschaft auch resilienter wird gegen ganz viele äußere Einflüsse, wie zum Beispiel Corona.
00:13:23: Also das hat ja auch keiner da her kommen sehen.
00:13:26: und dann waren plötzlich Hausgemeinschaften eine ganz wichtige Basis.
00:13:30: man hat eingekauft, füreinander hat sich unterstützt.
00:13:32: Man hat zugesehen dass wenn Leute krank waren, die auch zum Arzt hat bringen können also will heißen Wohnungswirtschaft zeigt sich doch hier deutlich großformatiker als nur Immobilienmanager finde ich auf der anderen Seite auch eine sehr befriedigende Aufgabe.
00:13:51: Und ich würde an dieser Stelle den Gedanken weiterentwickeln wollen, auf die Partner, die man dafür braucht.
00:13:56: Denn wir sind ja mit Kirchengemeinden vor Ort ausgestattet.
00:14:00: und dann gibt es Diakonien also die ganzen Träger sozialen und karitativen Trägerschaften.
00:14:06: Wie schauen Sie auf diese Akteure?
00:14:08: Sind sie hilfreich?
00:14:10: könnten die mehr machen?
00:14:11: muss man die aktiv quasi mit einem binden?
00:14:14: oder Wie ist hier in Erfurt die Situation mit diesen sozialen Partnern?
00:14:20: Also haben wir ein ganz breites Netzwerk.
00:14:22: Wir sind mit vielen verschiedenen Vereinen hier unterwegs, also gibt es von Nachbarschaftshilfen, Haushaltshilfe und Ausaufgabenunterstützung für Kinder- und Jugendliche.
00:14:30: Bordverein sind wir unterwegs, die wir auch entsprechend sponsern.
00:14:34: Im Sinne von ihr bekommen bei uns vielleicht einen Raum im Wohngebäude wo sie ihre Tätigkeit machen können zu einem sehr kleinen Mietzins oder eben... nur für die Nebenkosten am Ende, die sie bezahlen müssen.
00:14:46: Weil wir natürlich wollen dass diese Unterstützung, die in die Hausgemeinschaft hineinwirbt dann auch tatsächlich bei uns stattfindet.
00:14:51: und das machen wir mit unterschiedlichen Akteuren in allen Wohngebieten in der Stadt Erfurt.
00:14:56: Wir sind jetzt dazu übergegangen hier zum Beispiel in Erfort mit den Kattel-Baskelballlöwen Die haben eine Partnerschaft einzugehen, die vor Ort in den Großbrunnen Siedlungen Basketball anbieten Für Kinder wo ich immer sage Ein Ball, der nicht durch die Hausgänger geschossen wird oder gespielt wird ist ein guter Ball.
00:15:13: Dann eben vielleicht auch das als Aktivität.
00:15:16: Denn wir merken auch so Säkrikationsthemen.
00:15:18: also Wir haben Kinder und Jugendliche, die schaffen es nicht mal mehr aus ihrer Großbundsiedlung herauszufahren, dass sie sind im Erfurt am Norden Und wenn das Angebot für Sport im Erfurter Süden ist, nutzen Sie es nicht.
00:15:29: Obwohl sie vielleicht nur zwanzig Minuten mit der Straßenbahn fahren müssten.
00:15:32: So sind wir also dahin gekommen, dass wir gesagt haben okay dann müssen wir den Sport eben ins Quartier bringen.
00:15:36: Das klappt mit vielen Partnern sehr gut.
00:15:38: Wir haben so Angebote mit Fußball.
00:15:41: Wir haben es wie gesagt hier mit dem Basketball.
00:15:43: Wir haben auch mit dem Leichterledigerverband in Thüringen mal Projekte gestartet um Kinder an die Leichtertätik heranzuführen.
00:15:51: Man muss es immer wieder versuchen da einfach einen Punkt zu setzen und das macht unsere Kollegen aus den anderen Wohnungsgesellschaften hier in Erfurt machen, dass ganz genau so.
00:15:58: Und es ist völlig egal ob das eine Genossenschaft ist die solche Angebote hat oder vielleicht auch ein große Konzern wie die THG, die genauso solche Angebot im Erfurter Süd setzt.
00:16:10: also da sprechen wir eigentlich all die gleiche Sprache.
00:16:13: Dann haben Sie zwölfneibtausend Wohnungen mit der KOW und mit Sicherheit auch eine Menge Mitarbeiter, organisatorisches Investitionssteuerthemen und als Geschäftsführer zu tun.
00:16:25: Wie viel Prozent Ihrer Arbeitszeit können sie mit dem Themenbereich den Sie gerade beschrieben haben denn verbringen?
00:16:31: Ehrlicherweise viel zu wenig aktuell.
00:16:34: Ich müsste eigentlich irgendwie zwanzig dreißig Prozent meiner Tätigkeit dafür sozusagen aufwenden.
00:16:39: aber Ich glaube strategische Steuerung und strategische Planung, das ist ja so ein permanenter Prozess auch von Wandlungen und Transformationen durch den man hindurchgeht.
00:16:49: Und wir machen es hier bei der COVO seit fünf Jahren mittlerweile gemeinsam.
00:16:52: Wir haben einen gemeinsamen Strategieprozess gestartet und auch da diesen Quartiersansatz gemeinsam entwickelt und verfolgt.
00:17:00: Im letzten September haben wir diesen Schwenkauf vollzogen, dass wir uns auf die Quartiere als maßgebische Steuerungskomponente eigentlich einlassen und das machen wir sukzessive.
00:17:09: Jetzt gerade kurz bevor wir hier gesprochen haben bin ich aus dem Planungsgespräch für die Quartersplanungen rausgekommen.
00:17:15: Das ist gerade mein aktuelles Wochenthema.
00:17:17: insofern passt das eigentlich wunderbar rein.
00:17:20: Sieht das die Stadt auch so?
00:17:21: Sie sind ja zu hundert Prozent im Eigentum der Stadt Erfurt.
00:17:25: Nehmen sie diese Wertschätzung dessen, was da auch über das Bauliche hinausgehend geleistet wird war?
00:17:32: Ja, Wertschätzungen auf alle Fälle ist es auch eine gewisse Erwartungshaltung natürlich auch dar.
00:17:38: Ich glaube wir kommen in der Stadt erfurt aus einer Phase wo wir vielleicht als kommunale Gesellschaft oder auch die ein- oder andere Genossenschaft, vielleicht waren wir ein Stückchen zu langsam.
00:17:47: ich glaub wir haben In den letzten Jahren, das muss man ganz kritisch sagen vielleicht auch manchen strategischen Moment verpasst für die Investition.
00:17:54: Wir wissen ja alle dass Zinsen aktuell teurer werden und vielleicht wäre es besser gewesen wir hätten vor fünf Jahren was gebaut oder vor drei Jahren als jetzt darüber nachzudenken.
00:18:03: aber es hilft uns da nichts immer nur nach hinten zu schauen.
00:18:05: Wir schauen dann nach vorne und wir verstehen uns aber auch als Impulsgeber.
00:18:09: also ich sage mal die Stadt ist für uns jemand mit dem wird auf Augenhöhe diskutieren und unseren Input auch reinbringen.
00:18:17: Und auch da gut darstellen können, was wir dafür wichtig halten.
00:18:21: Wir stoßen im politischen Raum auf so oft einen Ohren.
00:18:24: Gehen wir zurück zu den Quartieren wo wir eben schon waren und wenden uns mal mehr der technischen Aufgabe zu.
00:18:31: es ist ja immer interessant in die Keller zu sehen, was da ein Haustechnik so alles mit dabei ist.
00:18:38: Man glaubt ja gar nicht, was an Feuerlöschroren notwendig ist.
00:18:43: Sicherheitseinrichtungen sind die ganze Technik für die Aufzüge.
00:18:47: Die Großwunsiedlungen, so wie ich sie hier in Erfurt erlebe sind ja sehr technologisch.
00:18:52: Weil halt die Hochgeschossigkeit auch bei einer Immobilien noch mal eine ganz besondere Herausforderung bringt.
00:18:57: Wir reden nicht über schöne Viergeschosser sondern über Gebäude mit großer Höhe und wenn Sie da so drauf schauen ist das eine im Grunde für jedes Wohnen zu nehmen was mir sowas ausgestattet ist.
00:19:09: auf finanzielle Airplast?
00:19:11: Das kann man glaube ich so tatsächlich stehen lassen.
00:19:14: Es ist ne Airplust denn Es ist unwahrscheinlich aufwendig, so eine Großwohnsiedlung oder so einen Hochgeschoss auch zu betreiben.
00:19:22: Wir stehen aktuell davor, Strangsanierungen vorzubereiten und ehrlicherweise jede Strangsanierung in dem Fünfgeschoss ist mir lieber weil die kann ich relativ simpel durchtakten.
00:19:30: da wissen wir wie das funktioniert aber im Hochhausbau um wahrscheinlich komplizierter.
00:19:35: also was Brandschutz Anforderung angeht etc.
00:19:38: pp.
00:19:39: Wir planen es gerade an den siebzen Geschossen.
00:19:41: der hat per se nur ein Treppenhaus.
00:19:43: Das ist ein Sicherheitsteppenraum.
00:19:45: Er muss trotzdem an die aktuellen Anforderungen dann umgebaut werden.
00:19:48: und in dem Augenblick, wo ich auch nur eine Tür herausbaue und vielleicht zwei Wochen lang nicht wieder eingebaut habe, ist das Gebäude eigentlich Brandschutztechnisch so nicht betreibbar?
00:19:59: Und ich muss eigentlich dafür sorgen dass die Leute ausziehen!
00:20:02: Das macht es unwahrscheinlich aufwendig für die Kollegen.
00:20:04: aber nichtsdestotrotz ist es ja eine Aufgabe die wir machen müssen und der wir uns am Ende auch stellen.
00:20:10: Was ich gut sagen kann, also so ein siebzen Geschosser oder ein sechzehn geschossen das sind die Punkthochhäuser.
00:20:16: Die betreiben sich für uns auch so eine Bewirtschaftung immer ganz gut weil der hält der Fahrstuhl auf jeder Etage.
00:20:21: Ungemeins schwieriger sind die elf Geschosse Der hält der fahrstuhlen auf jede dritten etage dann gibt zur verteiler Gänge und Dann geht man sozusagen nach links und dann geht man nochmal zwei Treppen hoch oder zwei treppen runter.
00:20:31: diesem unwahrscheinlich komplex da wünsche ich mir manchmal Ich hätte ein paar weniger oder ich hätte irgendwie vielleicht vier etagen weniger damit es kein Hochhaus mehr ist.
00:20:38: Und vielleicht muss man da manchmal auch tatsächlich mit Architektur antworten auf solche Fragen und auch mal Maßnahmen unternehmen, die Gebäude einfach in eine neue Zeit transferieren.
00:20:48: In die Neue Zeit transferiert würde ja auch heißen sie energetisch aufzurüsten sprich das Klima- und CO-Zweithema zu beantworten.
00:20:57: Wie geht es?
00:20:58: Wie gehen Sie das an?
00:20:59: Da muss man ein bisschen auf die Bautüben schauen.
00:21:02: Ein ganzer Teil der Plattenbauten sind damals schon gedämpft gewesen.
00:21:06: Das heißt
00:21:06: ja, dass die Platte im Osten gar nicht so schlecht
00:21:09: sei?
00:21:09: Nein genau das ist tatsächlich so wenn wir auf unsere Energiebilanz schauen als auf den klassischen Energieausweis dem man kriegt für seine Wohnung.
00:21:16: dann schwanken die Platten bauten zwischen Kategorie B und D je nach Baujahmen.
00:21:19: diese Platten das sind sogenannte Dreischichtplatten.
00:21:22: da gibt es sozusagen eine innere die man von der Wohnung aussieht.
00:21:25: Dann kommt ein Zwischenraum, da wurde damals schon sechs Zentimeter Steinbolle eingelegt.
00:21:30: Wenn die gerade nicht verfügbar war, war es auch mal Styropor oder wenn's das nicht gab eine Sauerkrautplatte kennt vielleicht noch der eine oder andere.
00:21:36: und dann gab es außen eine sogenannte Wetterschale.
00:21:38: dass ist das was man von außen sieht meistens irgendwie rosa oder grün gestrichen.
00:21:42: diese haben natürlich schon energetische Vorteile diese Platten.
00:21:45: deswegen muss man die gar nicht immer dämmen.
00:21:47: manchmal sagt man sich mensch Warum haben die da eigentlich nicht investiert und keine Dämmung dran gemacht?
00:21:52: Da muss man ehrlicherweise gestehen, dass das manchmal gar nicht notwendig ist.
00:21:55: Wichtiger ist es sich den Fugen zwischen dem Platten zu widmen damit man die ordentlich sozusagen abdichtet denn da geht die Energie drinnen verloren.
00:22:03: aber diese Details muss man anschauen.
00:22:04: wir sind eher dabei so sagen wir müssen uns an die Heiztechnik ran an die Lüftungen.
00:22:09: Man kann auch in einen Plattenbau eine Wärme Rückgewinnung in eine Lüfftung einbauen Und man kann auch die ganzen Heizungen, die da drin sind tatsächlich intelligent steuern.
00:22:17: Wir haben das vor zwei Jahren mal gemacht und wir haben wirklich dreißig Prozent Energie einsparen können nur indem wir die Pumpen im gesamten Gebäude intelligent gemacht haben, dass sie miteinander reden.
00:22:28: Wenn eben der eine Strang gerade keine Energie braucht macht man die Pumpe halt zu und gibt dafür dem anderen ein bisschen mehr Energie.
00:22:35: Das insgesamt funktioniert das System nachher sehr gut!
00:22:38: Bevor wir bei der Haustechnik noch weitergehen, muss ich unseren Zuhörern schon noch zugrufen.
00:22:43: Dass wenn wir über Osten und Westen reden das nicht tun aus der heutigen Sichtweise dann würde ich Ihnen nämlich eher sagen Ich bin im Mitteldeutschland oder nicht in Ostdeutschernd aber Bei Bauprojekten ist es noch Ost- und West denn Wir sehen Und wir haben als GWH auch Plattenbauten natürlich in Frankfurt oder Kassel oder Darmstadt dass das eine komplett andere Qualität hat und es damals tatsächlich einen Ost-, West-Unterschied gab.
00:23:07: Nicht nur bei den Autos, sondern auch bei den Immobilien.
00:23:10: Deswegen nicht falsch verstehen Deutschland ist ein Deutschland und kein Ost- und Westdeutschland.
00:23:15: Das ist jetzt bei der Immobilie ne Ausnahme.
00:23:18: Nichts ist so.
00:23:18: trotz zurück zur Haustechnik.
00:23:20: Sie haben's gerade beschrieben Heizung, ein Riesenthema, Aufzüge.
00:23:25: Das ganze Thema Brandschutz spielt eine Rolle.
00:23:28: Wie haben Sie das organisiert?
00:23:29: Machen Sie es mit eigenem Personal?
00:23:31: Haben sie Externe die das begehen?
00:23:33: also man muss ja die Verkehrssicherung ganz weit oben ansetzen?
00:23:37: Ja sowohl als auch.
00:23:38: wir haben uns eine ehrlicherweise eine ziemlich große eigene technische Abteilung gegönnt.
00:23:42: Also da muss ich schon sagen sind wir höchstwahrscheinlich im Branchen.
00:23:46: durchschnitt haben wir da höhere Bewirtschaftungskosten als der einen oder andere.
00:23:50: Es sind aber auch viele junge Kollegen, die von Fachfirmen her reingekommen sind.
00:23:53: Die so diesen inneren Antrieb haben.
00:23:54: ja ich will hier wirklich noch zeigen wie man das auch gut machen kann und die Kollegen denken bei uns die Gebäude manchmal auch von Grund auf einfach neu und so entstehen eben auch tolle Projekte wie bei der Heizungsautomatisierung.
00:24:07: Ich weiß die GWH hat ja selber tolle Produkte da im Angebot Und wir haben auch zwanzig-einzwanzig angefangen Gebäuteautomation nochmal völlig anders zu denken also wirklich mit einem digitalen Prozess dahinter.
00:24:21: Ich weiß, Kollegen schrauben daran wie wir sozusagen die Daten auch durch KI so auswerten können um bestimmte Fehler von vornherein auszumerzen oder da auch Entwicklung zu erkennen.
00:24:32: So helfen wir am Ende auch dem Mieter das er in seinem Popmonee vielleicht noch den einen oder anderen Euro übrig hat.
00:24:38: denn tatsächlich ist die Frage Wie viel Miete kann ich eigentlich bezahlen natürlich auch eine soziale Frage
00:24:42: Bevor wir zum Abschluss des Gesprächs kommen noch eine letzte Ebene so rund um das Quartier und das ist der Umgang mit den unterschiedlichen Eigentümern, die wir dort haben.
00:24:51: Wenn wir ja allein Herrscher des Straßenzuges wären dann kann man natürlich sehr abgestimmt auch eine Entwicklung stattfinden lassen.
00:24:58: aber man kennt das andere Eigentümmer widmen sich nicht so intensiv um die Immobilie sind bei der Belegung auch nicht sensitiv.
00:25:06: Wie gehen Sie mit der Situation um unterschiedliche Eigentümer, Gruppen zusammenzubringen und damit eine gewisse Wirkungskraft auch auf der Eigentümerebene fürs Quartier zu erschaffen?
00:25:17: Ich bin ja eigentlich sehr froh dass wir in Erfurt da eine gute Gemeinschaft haben von den großen Wohnungsunternehmen die wir auch im Verband am Ende zusammen vereint sind.
00:25:25: In den Großbrunnen-Siedlungen teilen wir uns das natürlich ein bisschen auf Und wir sprechen da immer die gleiche Sprache.
00:25:31: Mein Kollege Kittel vom WBG Erfort saniert oder plan gerade im Nachbargebäude auf dem Herrnberg ein Punkt hoch Haus.
00:25:40: Wir wollen das gleiche sozusagen kurz da aufmachen und wir reden dann auch darüber, auf welche Strategien man da entsprechend verfolgt?
00:25:47: Wir sprechen auch darüber wie sich die Genehmigungsbehörden mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen damit wir da auch alle in die gleiche Richtung gehen.
00:25:55: Das braucht man auch Und das ist ja das schön in der Wohnungswirtschaft dass wir eigentlich alle auf Augenhöhe miteinander umgehen und dieses Thema Konkurrenz gar nicht so sehr aufkommt und tatsächlich den Mieter und auch das Quartier in dem Mittelpunkt stellen.
00:26:08: Also für Erfurth ist das, für mich immer eine perfekte Angelegenheit.
00:26:12: Ja wenn wir sagen es ist ein Personality-Podcast da müssen wir ja noch ein bisschen mehr Personalität von Alexander Hegel sehen.
00:26:20: Wie sind Sie in die Branche gekommen?
00:26:22: Was hat sie verschlagen an die Spitze eines Wohnungsunternehmens?
00:26:26: Das ist verschlungene Wege am Ende der Tage!
00:26:29: Bevor ich Geschäftsführer gewonnen bin, bei der KOW war ich tatsächlich bei der Stadt.
00:26:32: Beigeordneter für Stadtentwicklungen auf
00:26:33: der dunklen Seite.
00:26:35: Auf der dunkleren Seite?
00:26:35: Der macht ... nein, nein!
00:26:37: Auf der gleichen Seite, auf der hellen.
00:26:39: Ja, ich bin von Haus aus eigentlich Jurist und ich habe jährlich eine ganz leige Arbeit, die zu dem Big Four gehört hat damals in Leipzig und wir haben viele Kommunen beraten.
00:26:48: Und ich habe mich immer gefragt, warum eigentlich so viel Know-how was auf der kommunalen Seite da ist?
00:26:53: Warum die so viel Beratungskompetenz eigentlich brauchen?
00:26:56: Und dann hab' ich gesagt okay, dann wechsle dich die Seite und bin zur Kommune gegangen!
00:27:00: Und habe viele Jahre dort in der Verwaltung gearbeitet, bin da subzessiv sozusagen nach oben gespürt worden.
00:27:06: scheinbar, habe ich das ein oder auch richtig gemacht und war dann sechs Jahre lang Beigeordneter für Bau und Verkehr Und daher vielleicht auch so ein bisschen dieser innere Antrieb zu sagen, dass es insgesamt doch eine gesamtstädtische Angelegenheit ist wie man Wohnungsbau betrachtet.
00:27:20: Ja als mein Vorgänger dann in den Ruhestand gegangen ist habe ich beim OB gefragt und bei den Ratsfraktionen ob das sich ein Thema ist was ich weiter bearbeiten darf und so bin ich bei der KOW gelandet.
00:27:31: Interessanter Weg!
00:27:32: aus der Politik in das Unternehmer tun, denn das ist es ja letztendlich ein Wunsch daneben unternehmerisch zu führen und sozial zu führen.
00:27:39: Es glaube ich eine der großen Herausforderungen beides übereinanderzukriegen Und Sie haben vorhin schon gesagt die G&V muss stimmen aber auch die Sozialbilanz muss stimme.
00:27:49: Wie?
00:27:49: Das wäre meine letzte Frage wie halten sie sich Thematisch fit, es tut sich ja unheimlich viel in der Branche.
00:27:55: Wir reden alle nur noch über KI und digitale Prozesse.
00:27:58: Sie haben eben gerade gesagt wir müssen die Heizung digital optimieren.
00:28:02: Man spricht auch noch über Architekturanmutung und Design, Ästhetik im Städtebau also eine riesenbreite Palette.
00:28:10: Haben Sie viele Fachbuchstapel um Ihr Bett stehen?
00:28:14: Oder was ist Ihre Methode, sich fit zu halten bei dem, was alles an Know-how vorhanden sein muss.
00:28:21: Ja, Fachbuch-Stapel
00:28:22: vielleicht auch.
00:28:22: Das letzte Buch, das ich geschenkt bekommen habe war das zur Geschichte der neuen Heimat.
00:28:27: Es ist so viel zum Thema Geschichte der Plattenworte in Ost und West aber es grundsätzlich schon das Thema Architektoren stattentwickeln, was mich seit langer Zeit eigentlich umtreibt was ich ehrlicherweise auch ein Stückchen mit lernen durfte durch meine Tätigkeit vorher bei der Stadt.
00:28:42: Jetzt ist es ehrlicherweise viel, der persönliche Austausch und der Fachaustausch auch über die Verbände in der Wohnungswirtschaft.
00:28:49: Ich habe das selten erlebt dass man tatsächlich so einen freien Umgang mit Wissen und Informationen im Unternehmertum hat wie wir das in der Wohnungswirtschaft haben.
00:28:59: Wir haben alle keine Angst davor anderen unser Wissen weiterzugeben oder auch mal zu sagen hier ist etwas völlig in die Hose gegangen.
00:29:06: macht das lieber nicht.
00:29:07: Diese Offenheit im Wissenstransfer und vielleicht auch von den Sachen, die schiefgegangen sind.
00:29:13: Das ist glaube ich der große Vorteil, den die Wohnungswirtschaft bietet.
00:29:17: Das lernt man beim GDW, das kann man beim AGW mitnehmen bei vielen anderen Fachveranstaltungen.
00:29:24: Und das ist auch was wo ich ehrlicherweise meinen Wissen rausziehe.
00:29:27: Was es einem immer ermöglicht auch als Quereinsteiger gut anzukommen.
00:29:31: Schön!
00:29:32: Ja, dann danke für das geistreiche Gespräch.
00:29:34: Das war eine Tour de raison über die unterschiedlichsten Komponenten sowohl unternehmerischer Arbeit in der Wohnwirtschaft als auch der Quartiersentwicklung.
00:29:43: Danke Ihnen und an unsere Zuhörer der Hinweis, dass wir uns freuen wenn Sie den Kanal abonnieren und natürlich auch stark Werbung dafür machen!
00:29:50: Und wir freuen uns auf die nächste Sendung jetzt aber erstmal.
00:29:52: danke Herr Hege für das Gespräch.
00:29:54: Vielen Dank Herr Börder.
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