Wieso ist die Psychologie von Kunden entscheidend, Frau Ruggeri?
Shownotes
Ein Bett voller Säbel, ein Pool als Gewächshaus und ein Vorhang für 2.500 Euro beim Notar. Stefan Bürger spricht mit Sabine Ruggeri, Inhaberin von Campo Immobilien und bekannt aus „Mieten, kaufen, wohnen“, über die Psychologie von Käufern, Verkäufern und Mietern und darüber, warum sich eine Immobilie vor allem gut anfühlen muss.
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Sabine Ruggeri: Und dann hatten wir einen Kunden, der warf sich dann aufs Bett, so sieht halt gut aus, wenn man das testet. Dann flog die Bettdecke hoch und darunter lagen einfach jede Menge Säbel.
Intro: Willkommen zu Wohngefühl, dem wöchentlichen Podcast von und für die Macher in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft.
Intro: Erhalten Sie exklusive Einblicke in Mindset und Know-how von den Experten aus der Branche.
Stefan Bürger: Ja, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, heute treffen wir uns zu einer ganz besonderen Folge.
Stefan Bürger: Es gibt ein Special. Nicht 30 Minuten Wohngefühl, sondern 60 Minuten Wohngefühl.
Stefan Bürger: Und das geht natürlich nur mit ganz speziellen Gästen.
Stefan Bürger: Und ich freue mich, dass ich Sabine Ruggeri wieder bei mir habe, die uns aus den Vox-Fernsehsendungen bekannt ist.
Stefan Bürger: Mieten kaufen, wohnen, wo sie jahrelang als Maklerin uns live in das Maklergeschäft mitgenommen hat.
Stefan Bürger: Toll, dass Sie wieder bei mir sind.
Sabine Ruggeri: Super, super gerne. Vielen, vielen Dank für die Einladung.
Sabine Ruggeri: Ich freue mich schon.
Stefan Bürger: Ja, und wir haben ja schon gemeinsam über das Maklergeschäft geredet und all die Höhen und Tiefen und dass
Stefan Bürger: Maklerquotagen gar nicht zu teuer sind, weil Makler auch eine Menge dafür arbeiten.
Stefan Bürger: Also das Fachliche haben wir abgearbeitet.
Stefan Bürger: Was uns heute zusammentreibt, das sind mehr so die Geschichten aus dem Leben.
Stefan Bürger: Das, was einem so alles begegnet als Makler und Maklerin.
Stefan Bürger: Und ich war ja nun ein paar Jahre auch aktiv, habe natürlich nicht die Reputation wie Sie.
Stefan Bürger: Aber lassen Sie uns einfach mal darüber reden, was einem so alles begegnet, wo man manchmal auch sich die
Stefan Bürger: Stirn runzelt. Und die erste Frage wäre, Frau Ruggeri, was war Ihr ältester Kunde?
Sabine Ruggeri: Oh, das ist lustig. Mein ältester Kunde, den habe ich erst seit zwei Wochen, der ist 97 und hat
Sabine Ruggeri: sich eine Wohnung ausgesucht. und die völlig verzweifelten, sicher schon 70-jährigen Kinder waren dabei und wollten eigentlich überreden, ins
Sabine Ruggeri: betreute Wohnzimmer zu gehen. Aber der war so cool.
Sabine Ruggeri: Und jetzt habe ich ihn gestern gesehen, das war in Goslar, wie er eingezogen ist mit Sack und Pack.
Sabine Ruggeri: Und mit 97 ist es, finde ich, einfach super cool.
Stefan Bürger: Es macht einem natürlich auch mal deutlich, dass wir über ganz andere Zeitspannen reden.
Stefan Bürger: Also wenn man sagt, ich gehe in Rente und sich dann überlegt, man ist noch 30 Jahre unterwegs, was
Stefan Bürger: ist denn das für eine Rente?
Stefan Bürger: Also war der noch so fit, dass er sich das auch alles so dazu trauen können?
Sabine Ruggeri: Nee, ich glaube, der war überhaupt nicht fit körperlich, aber geistig.
Sabine Ruggeri: Und sowas imponiert mir total. Also das gelten auch sofort zu meinem Lieblingskunden.
Sabine Ruggeri: Und umgekehrt hat man ja auch manchmal ganz junge Leute, die vielleicht schon mit 16, 17 in der Ausbildung
Sabine Ruggeri: sind, ihre erste Wohnung haben. Finde ich schon faszinierend.
Stefan Bürger: Gibt es denn so Leute, die Sie anrufen und sagen, hey, ich will jetzt eine Immobilie kaufen, ich bin
Stefan Bürger: 20. Erklär mir doch mal, wie das geht.
Sabine Ruggeri: Eher selten. Also ich habe das Gefühl, gerade in den letzten Jahren kommen die Leute ja extrem gut vorbereitet,
Sabine Ruggeri: ob das Finanzierung ist oder bei, selbst bei einer Mietwohnung sind sie super gut vorbereitet, viel Chat-GPT dabei natürlich,
Sabine Ruggeri: man erkennt dann die Fragestellung schon.
Sabine Ruggeri: Und weil wir überlegen natürlich auch, wie reagieren die Kunden künftig und das ist eigentlich nicht mehr so, dass
Sabine Ruggeri: die da so viel Beratung von uns brauchen, sondern eher schon ziemlich gut vorbereitet kommen.
Stefan Bürger: Ja, es ist ja interessant. Wir arbeiten mit Menschen zusammen und Menschen sind in Stresssituationen ja plötzlich ganz anders.
Stefan Bürger: Also man hat sehr häufig ein nettes Auftaktgespräch und dann kommt irgendwie was Konfliktmäßiges mit rein und dann dreht
Stefan Bürger: sich das. Hatten Sie mal so einen Moment, wo Sie sich gewundert haben, dass da plötzlich eine Stimmung am
Stefan Bürger: Tisch völlig gekippt ist?
Sabine Ruggeri: Ziemlich oft sogar. Im ersten Moment geht es ja darum, dem Makler auch gefallen zu wollen, also solange man
Sabine Ruggeri: was will. Und da gibt es übrigens keinen Unterschied, ob man jetzt jung ist oder alt oder ob man
Sabine Ruggeri: was Teures kauft oder was Günstiges mietet.
Sabine Ruggeri: Das menschliche Verhalten erstmal gefallen zu wollen und dann später so ein bisschen zu zeigen, wer es wirklich ist,
Sabine Ruggeri: ist, glaube ich, ganz natürlich. Aber manchmal ist es halt auch extrem unterhaltsam.
Sabine Ruggeri: Also ich kann mich an eine Besichtigung erinnern, die kannten mich aus dieser Fernsehsendung und luden mich ein und
Sabine Ruggeri: dann bin ich dahin und da war der ganze Abendbrottisch gedeckt, aber so richtig, also mit allem, was man
Sabine Ruggeri: sich vorstellen kann. Und dann dachte ich so, oha, wahrscheinlich wollten die jetzt nur einen Fernsehmakler treffen und ich
Sabine Ruggeri: werde das schöne Haus gar nicht bekommen und habe dann meinen Bruder hingeschickt zum zweiten Termin, weil in der
Sabine Ruggeri: Zeit gab es halt auch Kunden, die einen einfach nur kennenlernen wollten.
Sabine Ruggeri: Und dann habe ich meinen Bruder hingeschickt und dann kam er dorthin, um das Haus final aufzunehmen und ich
Sabine Ruggeri: war schon ganz gespannt. Und dann war der Tisch wieder so gedeckt.
Sabine Ruggeri: Und beim nächsten Mal gab es Kaffee und immer so weiter.
Sabine Ruggeri: Und da haben wir letzte Woche noch richtig schön uns daran erinnert, wie süß das war, dass wir jedes
Sabine Ruggeri: Mal also komplett bewirtet worden sind.
Sabine Ruggeri: Unglaublich. Also es ist nicht nur so, dass manche dann auch wirklich Haare auf den Zähnen bekommen oder auch
Sabine Ruggeri: mal wirklich zäh und fies werden.
Sabine Ruggeri: Es gibt halt die meisten der Leute, die sind sympathisch und meinen es gut.
Sabine Ruggeri: Gut,
Stefan Bürger: interessant. Ich habe eine ganz andere Erfahrung gemacht.
Stefan Bürger: Ich hatte einen Kunden, der eine Gewerbeimmobilie verkaufen wollte und da ging es um 1,9 Millionen Euro.
Stefan Bürger: Also jetzt kein ganz kleiner Betrag und die Verhandlungen waren sehr angenehm und man hat sich erzählt, wo so
Stefan Bürger: die Problemlage ist und warum mehr als 1,9 Millionen nicht funktioniert und es war alles in Ordnung.
Stefan Bürger: Und ein bisschen, wie soll ich sagen, schon eine stoische Person, aber auf so einem Verständnis.
Stefan Bürger: Also man hatte wechselseitig Verständnis und der Kaufpreis war dann irgendwo akzeptiert und dann ging man zum Notar.
Stefan Bürger: Und beim Notar sagt die Person dann, übrigens wir haben ja noch den Schallschutzvorhang in dem Saal.
Stefan Bürger: Und der war jetzt dem Käufer gar nicht so geläufig.
Stefan Bürger: Ja, da hing einer, was ist mit dem?
Stefan Bürger: Ja, der war sehr teuer, der kostete 2500 Euro, da müssen wir noch drüber reden.
Stefan Bürger: Beim
Sabine Ruggeri: Notar. Beim
Stefan Bürger: Notar. Und dann ging es um 2500 Euro bei 1,9 Millionen Kaufpreis und die Debatte ging so weit, dass
Stefan Bürger: beinahe der ganze Vertrag daran kaputt gegangen ist.
Stefan Bürger: Der Kunde war plötzlich aus dem verständnisvollen, ja, ist in Ordnung und Kaufpreis ist, also der Verkäufer war willig,
Stefan Bürger: aber dieser Vorhang, der hatte für ihn eine solche Bedeutung, den hatte er nachgerüstet und dafür war der irgendwo
Stefan Bürger: hingefahren und die Farbe war genau abgestimmt mit dem Boden.
Stefan Bürger: Und jetzt sollte dieser Vorhang einfach so verkauft werden.
Stefan Bürger: Das ging für den gar nicht.
Stefan Bürger: Und dann hat der Käufer tatsächlich gesagt, okay, dann legen wir noch 2500 Euro drauf.
Stefan Bürger: Hat also außerhalb des Vertrages diesen Vorhang gekauft.
Stefan Bürger: und beim Rausgehen aus dem Notar sagt doch der Verkäufer, und da habe ich gesehen, wie sich dieser Mensch
Stefan Bürger: gewandelt hat, weil wir gerade darüber reden, wie Leute sich so verändern, vielleicht auch im Prozess, wir fahren aber
Stefan Bürger: jetzt zur Bank. Wir holen das Geld.
Stefan Bürger: Und dann sind die zur Bank gefahren und haben mit der EC-Karte 2.500 Euro für diesen Fonds geholt, bei
Stefan Bürger: einem Deal über 1,9 Millionen. Und da habe ich mir gedacht, Mensch,
Sabine Ruggeri: warum ging es?
Stefan Bürger: Worum ging es? Und wie hat dieser Mensch sich von einem verständnisvollen Verkäufer, der sehr professionell agiert hat, hinten
Stefan Bürger: zu so einem ganz kleinen karierdenkenden Menschen verändert, über so einen kleinen Betrag, weil ihm irgendwas so bedeutsam war,
Stefan Bürger: was für jeden anderen belanglos gewesen ist.
Stefan Bürger: Und das zeigt, glaube ich, dass die Immobilie auch was super Emotionales hat.
Sabine Ruggeri: Ja, also es gibt ja keinen größeren Vermögenswert für die meisten.
Sabine Ruggeri: Die meisten Menschen kaufen vielleicht einmal, zweimal in ihrem Leben, oder?
Sabine Ruggeri: Und auch, wenn jetzt mal jeder so auf sein eigenes Konto guckt, den größten Vermögenswert, den die Menschen haben,
Sabine Ruggeri: ist die Immobilie,
Stefan Bürger: würde ich sagen.
Sabine Ruggeri: Jetzt mal so im Durchschnitt.
Stefan Bürger: Ja, und das macht vielleicht auch Angst.
Stefan Bürger: Also wenn man sagt, ich verschulde mich jetzt und ein Drittel meines Einkommens geht dann nachher für Zinsen und
Stefan Bürger: Annuitäten drauf und da darf nichts schief gehen.
Stefan Bürger: Also das ist ein großer Angstfaktor.
Stefan Bürger: Vielleicht auch die Persönlichkeit unter Druck setzt.
Stefan Bürger: Ja,
Sabine Ruggeri: zum Mut geht es an der Angst vorbei.
Sabine Ruggeri: Also Immobiliengeschäfte, das muss man sich trauen.
Sabine Ruggeri: Und es ist halt auch hochprivat.
Sabine Ruggeri: Auch bei Besichtigungen muss man ganz ehrlich sagen, man dringt ja in wirklich einen sehr, sehr privaten Bereich ein.
Stefan Bürger: Da sieht
Sabine Ruggeri: man ja Sachen, die sind ja eigentlich für Ihre und meine Augen nicht bestimmt.
Sabine Ruggeri: Ist
Stefan Bürger: Ihnen schon mal was passiert, wo aus der Angst heraus was kaputt gegangen ist auf den letzten Metern?
Sabine Ruggeri: Ja, klar. Ja? Also meine Kollegen sagen immer Kaufreue.
Sabine Ruggeri: Das
Stefan Bürger: gibt es, glaube
Sabine Ruggeri: ich, auch für Verkaufsreue. Also es gibt immer noch mal dieses kalte Füße bekommen.
Sabine Ruggeri: Will ich überhaupt verkaufen? Und Verkäufer oder auch Käufer verhalten sich auch manchmal ganz eigenartig.
Sabine Ruggeri: Neulich hatte ich auch welche, die waren ganz happy, dass beurkundet werden konnte.
Sabine Ruggeri: Und ich bin schwere Pferdeanlegerin. Und im Termin war der Käufer schon so angespannt, der konnte kaum noch in
Sabine Ruggeri: die Augen gucken. Und der Verkäufer hatte einen Pferdehof.
Sabine Ruggeri: Dann habe ich darum gebeten, dass wir einmal kurz noch durchlüften, weil ich das sonst nicht gut mitmachen kann.
Sabine Ruggeri: Dann hat er gesagt, nein, diese Daten sind so privat, warte, ich möchte nicht, dass das Fenster geöffnet wird.
Sabine Ruggeri: So, dann habe ich das hustenderweise natürlich gerne akzeptiert.
Sabine Ruggeri: Fun Fact, dieses Notarbüro lag in der sechsten Etage.
Sabine Ruggeri: Also ich glaube, kein Mensch hätte draußen seine Daten abgefangen oder überhaupt Interesse dran.
Sabine Ruggeri: Aber ich verstehe, dass diese Anspannung einfach enorm ist.
Stefan Bürger: Ja, ganz verrückt. Also ich habe so eine Anspannung auch mal erlebt.
Stefan Bürger: Wir hatten eine Beurkundung von einem Einfamilienhaus.
Stefan Bürger: Freitag Vormittag, ich glaube 12, nee Vormittag Mittag, 12 Uhr.
Stefan Bürger: und warum Freitag 12 Uhr? Weil der Standesamtstermin war um 9.30 Uhr am Standesamt in Kassel und das frisch
Stefan Bürger: getraute Paar wollte dann halt auch mit dem neuen Namen und allem drum und dran die Urkundung machen, sodass
Stefan Bürger: das dann schon... Und sie ahnen, wo es hinläuft.
Stefan Bürger: Also wir saßen da um 12 Uhr und es war keiner da und dann wurde es 12.30 Uhr und
Stefan Bürger: dann wurde es 12.45 Uhr und dann habe ich gedacht, ich rufe doch mal an.
Stefan Bürger: Und das brauchte ich dann aber nicht, weil dann kam dann der Mann, kam dann rein und völlig aufgelöst
Stefan Bürger: und die Frau hat sich weder getraut, das Haus zu kaufen, noch getraut, ja zu sagen.
Sabine Ruggeri: Ist nicht wahr.
Stefan Bürger: Das war echt ein Moment und dann stehst du da, ich meine, das ist auch für einen, auf der
Stefan Bürger: Verkäuferseite, das war eine Immobilie von uns, die wir verkauft haben, war das natürlich auch mies, weil ich habe
Stefan Bürger: zig anderen Leuten abgesagt, die Finanzierung.
Stefan Bürger: Du kannst mir ja jetzt nicht sagen, guter Mann, wir haben so viel gearbeitet, jetzt kaufen sie es doch
Stefan Bürger: alleine. Ich meine, man hat ja volles Verständnis für die Situation, aber das war so ein Moment, wo ich
Stefan Bürger: mir auch gedacht habe, mein Gott, da bricht ja eine Welt auf jeder Ebene zusammen.
Stefan Bürger: Und ich habe die Frau nie wieder gesehen.
Stefan Bürger: Ja,
Sabine Ruggeri: wahrscheinlich auch nicht.
Stefan Bürger: Ja, stimmt. Aber das war dann keine Kaufreue, aber das war dann die Angst vorm Schritt in doppelter Hinsicht.
Sabine Ruggeri: Ja, ist das nicht verrückt? Also ich meine, ja, und man steckt ja nicht drin, Also wir hatten jetzt
Sabine Ruggeri: auch einen Fall, wo Erben ist ja auch so eine Sache.
Sabine Ruggeri: Dann ist man da vielleicht erst mal traurig, dass es denjenigen nicht mehr gibt.
Sabine Ruggeri: Dann ist man plötzlich mit seinen Geschwistern oder wie auch immer in einer Erbengemeinschaft, hat mit einer Immobilie zu
Sabine Ruggeri: tun, vielleicht das Elternhaus. Also sowieso schon alles schwierig.
Sabine Ruggeri: Und dann hatten wir neulich den Fall, ich finde es ja irgendwie sehr lustig, aber nett war es nicht,
Sabine Ruggeri: dass in dem Erbschein dann herauskam, dass leider 50 Prozent der Nachbar bekommen hat.
Sabine Ruggeri: Oh, das ist natürlich hart. Das ist bitter.
Sabine Ruggeri: Da haben wir im Büro lange drüber geredet.
Sabine Ruggeri: Das ist natürlich bitter. Muss alles neu sortiert werden.
Sabine Ruggeri: Es kommt einem manchmal auch das Leben dazwischen.
Stefan Bürger: Zu Erbengemeinschaften kann ich auch eine Menge berichten.
Stefan Bürger: Wir haben lange in Marburg und in Bad Hersfeld und in Eisenach Stadtsanierung gemacht.
Stefan Bürger: Und dann geht es doch um die alten Fachwerkhäuser in den Innenstädten zu modernisieren.
Stefan Bürger: und da guckst du dann ins Grundbuch und schaust, wem gehört denn das überhaupt mit, wem musst du denn
Stefan Bürger: da verhandeln? Und dann stehen da ganz häufig Erbengemeinschaften mit drin.
Stefan Bürger: Und die verrückteste, die ich hatte, war, dass auf vier Kontinenten die Menschen lebten.
Stefan Bürger: Und natürlich alle irgendwie nett und interessiert, aber nur koordinier mal vier Geschwister auf vier Kontinenten.
Stefan Bürger: Der eine war in Europa, also zumindest mal das, der lebte irgendwie in Südfrankreich, glaube ich, der war so
Stefan Bürger: irgendwie in Schlagweite. Und der Rest dann in Australien und ich weiß nicht wo.
Stefan Bürger: Und da haben wir über ein Jahr gebraucht, um überhaupt einen Termin zu finden, mal zusammen zu telefonieren, überhaupt
Stefan Bürger: mal darüber zu reden, was passiert denn mit der Immobilie?
Stefan Bürger: Leute, ihr seid ja in der Verantwortung.
Stefan Bürger: Und das ist so etwas, wie Sie es vorhin sagten, da geht es echt ums Fingerspitzengefühl.
Stefan Bürger: Weil du merkst ganz schnell, am Telefon finde ich sogar noch mehr, weil du kriegst über die Stimmen schon
Stefan Bürger: mit, wie sind denn die Leute so drauf?
Stefan Bürger: Und der kann mit dem mit und der kann mit dem und die sind aber ganz dick.
Stefan Bürger: Und wie kriegst du die jetzt so zusammen, dass die am Ende eine Entscheidung über diese Immobilie treffen.
Stefan Bürger: Haben Sie sowas auch hin und wieder?
Stefan Bürger: Also irgendwie?
Sabine Ruggeri: Aber dem kann ich nicht folgen.
Sabine Ruggeri: Dazu bin ich zu fahrig. Und das muss dann mein Bruder machen.
Sabine Ruggeri: Der ist der Gewissenhafte.
Stefan Bürger: Das ist ja bei Männern immer so.
Stefan Bürger: Das sind ja die Sensibleren.
Sabine Ruggeri: Das ist wirklich so. Weil mein Bruder ist da wirklich ein Naturtalent.
Sabine Ruggeri: Und von dem habe ich halt auch diese vielen interessanten Storys, die ich heute erzählen kann.
Sabine Ruggeri: Weil der bei den Härtefällen eigentlich immer sozusagen vorne steht und die Leute koordiniert.
Sabine Ruggeri: und das ist auch ein Talent
Stefan Bürger: für mich. Also
Sabine Ruggeri: es ist schon irre.
Stefan Bürger: Haben Sie so ein ganz extremen Beispiel?
Sabine Ruggeri: Jetzt von Erbgeschichten?
Stefan Bürger: Ja, oder wo es auch so besonders menschelt, weil das ist ja das Besondere, finde ich, dass wenn man
Stefan Bürger: in solchen Situationen vor so Entscheidungen steht, eine Immobilie zu kaufen, eine große Finanzierung zu machen oder sowas, dann
Stefan Bürger: geht es auch so ein bisschen um Ehre und um Position.
Stefan Bürger: und ich will nicht, dass mein Familienmitglied zu sehr meine wirtschaftlichen Daten reingucken kann.
Stefan Bürger: Da passiert ja ganz viel unter der Oberfläche.
Stefan Bürger: Das
Sabine Ruggeri: stimmt.
Stefan Bürger: Ja, aber verlassen wir jetzt vielleicht mal so die Thematiken, wie in Familien auch so psychologische Beziehungen sind und
Stefan Bürger: gehen mal auf Immobilien. Immobilien. Wir haben ja manchmal ganz verrückte Immobilien, wo man sich sagt, wie verkaufe ich
Stefan Bürger: das denn? Und ich hatte mal eine, ein großes Walmdach-Bungalow, 80er Jahre, energetisch, Riesengarten und ein riesengroßer Außenpool.
Stefan Bürger: Und ich weiß nicht, wie viele Besichtigungen wir da hatten, alle waren beeindruckt, ob der großen Dimension, aber keiner
Stefan Bürger: wollte natürlich so einen Riesenpool haben, bis dann ein Kunde kam und der sagte, das ist ja ganz großartig,
Stefan Bürger: da kann ich meine Hochbeete reinmachen.
Stefan Bürger: Und dann Ich bin nämlich totaler Hobbygärtner und ich brauche ein Gewächshaus.
Stefan Bürger: Und dann sagte er zu seiner Frau, du, da spannen wir über den Pool so ein großes Rundzelt.
Stefan Bürger: Und dann, also es ging fast bei der ganzen Besichtigung nur darum, wie man den Pool zu einem Gewächshaus
Stefan Bürger: umnutzen konnte. Und am Ende war die Begeisterung so groß, mir war schon klar, während die angefangen haben Skizzen
Stefan Bürger: zu machen, der kauft das Haus.
Stefan Bürger: Ja, total irre. Und ich war zwei Jahre später dann da und habe es mir mal angeguckt.
Stefan Bürger: Und das war, also die mussten dann halt ein paar Treppenstufen runter und hat so eine Außentreppe angelegt und
Stefan Bürger: der sagte, die Tomaten wachsen hier wie verrückt, weil es ist schon unten ein bisschen kühl, der Pool war
Stefan Bürger: ja in die Erde eingelassen und oben drauf dann dieses große Zelter und das sah wie so ein verkapptes
Stefan Bürger: Megagewächshaus aus und der hat auch einen Listenpreis bezahlt.
Stefan Bürger: Also ich musste den Preis noch nicht mehr runter.
Stefan Bürger: Aber da muss man sich überlegen, da läufst du ein Jahr zu diesem Haus und kriegst immer wieder gesagt,
Stefan Bürger: nee, das ist energetisch nicht sinnvoll und da muss ich den ja zurückbauen.
Stefan Bürger: Und plötzlich wird das zum entscheidenden Verkaufsfaktor.
Sabine Ruggeri: Witzig, oder? Und man hätte ja darauf auch die Werbung nicht ausrichten können.
Sabine Ruggeri: Also eigentlich muss man sich als Makler immer so ein bisschen damit trösten, es hat ja auch schon mal
Sabine Ruggeri: jemand gekauft und darin gewohnt. Also einen gab es schon mal.
Sabine Ruggeri: Das stimmt, da
Stefan Bürger: wird es auch noch einen
Sabine Ruggeri: zweiten geben. Jetzt müssen wir noch jemanden finden.
Sabine Ruggeri: Das ist ja so ein bisschen die Devise.
Sabine Ruggeri: Aber es ist halt schon, also eigentlich kann man ja unterm Strich sagen, ich weiß nicht, wie Sie auf
Sabine Ruggeri: Ihre Maklerzeit zurückgucken, dafür, dass wir so viele Häuser von innen sehen.
Sabine Ruggeri: und Wohnungen, sind doch die meisten Menschen echt okay.
Sabine Ruggeri: Also ich habe früher, als ich den Beruf ergriffen habe, wirklich gedacht, oh Gott, wer weiß, was mir alles
Sabine Ruggeri: begegnet. Tats auch. Also ein paar Dinge waren echt schräg.
Sabine Ruggeri: Aber so unterm Strich kann man doch sagen, die meisten...
Stefan Bürger: Absolut. Und auch Überraschendes. Also ich habe Wohnungen, es ist noch kein Jahr her, eine Wohnungsbesichtigung gemacht im Raum
Stefan Bürger: Köln. 60er Jahre Bau, Eigentumswohnungsanlage, sehr unauffällig.
Stefan Bürger: und dann gehst du in die Wohnung mit rein und eine normale Wohnungseingangstür und hinter der Tür, das war
Stefan Bürger: palastähnlich, also man kann es wirklich nicht anders sagen, da hatten die sich edle Fliesen in den Flur gelegt,
Stefan Bürger: indirekte Beleuchtung, das Ganze mit Spiegeln, sehr viel Raum, das war vielleicht eine Quadratmeter Wohnung, sehr viel Raum geöffnet.
Stefan Bürger: Du hast die Tür zugemacht und mit dem Klacken der Tür war das wie so ein Raumschiff.
Stefan Bürger: dann eine Küche, wo du dir sagst, da ist ja die Küche so wertvoll wie die ganze Wohnung ungefähr.
Stefan Bürger: Und das waren dann halt auch Leute, die 30, 35 Jahre drin lebten, das war der, denen ihre kleine
Stefan Bürger: Villa, jetzt mal in Anführungsstrichen. Und das finde ich total irre.
Stefan Bürger: Also sind es wirklich so versteckte Schätze, die man überhaupt von außen gar nicht so wahrnimmt.
Sabine Ruggeri: Finde ich nett. Aber manchmal ist es halt auch ein bisschen ja, wo ich dann denke, wie soll ich
Sabine Ruggeri: den Kunden das jetzt beibringen? Also man kann denen zwar sagen, versuchen Sie mal, das hier so ein bisschen
Sabine Ruggeri: zu entpersonalisieren, aber manchmal ist das schwierig.
Sabine Ruggeri: weiß noch von einer Wohnung, die war so eine Mischung aus Wohnung und Atelier, sowas ist ja auch immer
Sabine Ruggeri: cool, können wir auch immer gut verkaufen.
Sabine Ruggeri: Also das eine war meine alte Druckerei, das war cool, das andere war so ein richtiges Atelier für so
Sabine Ruggeri: Ton und sowas alles, auch cool.
Sabine Ruggeri: Und dann hatten wir eins, da hat der Bewohner besondere Abdrücke gesammelt.
Sabine Ruggeri: Abdrücke? Und zwar, genau, von Brüsten und anderen interessanten Dingen.
Sabine Ruggeri: Und
Stefan Bürger: die standen alle schön modelliert im Raum?
Sabine Ruggeri: Ja. Okay. Und jetzt darf man ja einen Künstler nicht beleidigen und ich konnte jetzt sehr schlecht sagen, es
Sabine Ruggeri: wäre schön, wenn Sie die Brüste alle einsammeln für die nächste Besichtigung, aber das war schon ein bisschen...
Stefan Bürger: was machen Sie da? Was halten Sie von Verschleierung?
Stefan Bürger: Oder sowas. Ja,
Sabine Ruggeri: cool bleiben. Und das zum Morphel abmoderieren.
Sabine Ruggeri: genau, abmoderieren, also auch jetzt für die Sendung haben wir natürlich auch viele Wohnungen gesehen.
Sabine Ruggeri: Und das Skurrilste, was ich da mal hatte, ist, also bei einer normalen Wohnungsbesichtigung können ja die Kunden alles
Sabine Ruggeri: wegräumen für den Termin. Also wenn sie jetzt wirklich irgendwelche Skurrilitäten haben, dann können sie die ja in den
Sabine Ruggeri: Schrank stellen oder hinter dem Vorhang.
Sabine Ruggeri: Aber bei so einem Dreh verhalten sich natürlich die Protagonisten anders, sollen sie ja auch.
Sabine Ruggeri: Ein echter Kunde würde sich ja jetzt nicht irgendwie bei Ihnen aufs Sofa setzen oder an irgendwas da rumspielen,
Sabine Ruggeri: im Fernsehen schon. Und dann hatten wir einen Kunden, der warf sich dann aufs Bett, so sieht halt gut
Sabine Ruggeri: aus, wenn man das testet. Dann flog die Bettdecke hoch und darunter lagen einfach jede Menge Säbel.
Sabine Ruggeri: Säbel? Säbel und Schwerter. und wir haben uns wahnsinnig erschrocken und der Eigentümer der Wohnung war aber nicht mit
Sabine Ruggeri: im Raum und dann haben wir schnell zusammen mit der Redakteurin die Bettdecke wieder zurechtgezogen
Stefan Bürger: Das mag gut sein Wir wollten
Sabine Ruggeri: gar nicht wissen was es damit auf sich hat und haben dann versucht einfach weiterzumachen, als wäre nichts gewesen
Sabine Ruggeri: aber insofern verschleiern ja, gute Idee aber auch sowas kann halt trotzdem rauskommen
Stefan Bürger: Ja, das Schlimme ist natürlich eine Wohnung, Sie haben es ja vorhin schon gesagt, ist so persönlich, wenn du
Stefan Bürger: sie als Käufer betrachtest, willst du sie aber für dich ja vereinnahmen.
Stefan Bürger: Du brauchst also eine gewisse Entpersonalisierung, um sie dir zu eigen machen zu können, um vorstellen zu können, wie
Stefan Bürger: statte ich sie denn jetzt aus?
Stefan Bürger: Wie sähe denn das Wohnzimmer, was jetzt von dieser Person so gemacht wurde, aus, wenn ich es bewohnen würde?
Stefan Bürger: Und diese visionäre Fähigkeit, die hat ja nicht jeder.
Sabine Ruggeri: Ja, das ist ja genau das Problem.
Sabine Ruggeri: Und ich sage unseren Kunden eigentlich immer, was hilft, klingt bescheuert, aber blinzeln.
Sabine Ruggeri: Also wenn man seine eigene Wohnung, weil die ist einem so vertraut, aber wenn man ein bisschen blinzelt, sieht
Sabine Ruggeri: man, was da alles los ist.
Sabine Ruggeri: Und für eine Besichtigung lohnt es sich, genau diese Dinge alle wegzuräumen.
Sabine Ruggeri: Also alles, was da los rumliegt, jede Decke, im Zweifel auch jedes Kissen, also weniger ist mehr.
Sabine Ruggeri: Am Ende sollte es nach Möglichkeit am besten aussehen wie im Möbelgeschäft.
Sabine Ruggeri: Weil nur dann ist es so neutral, dass der Nächste sich das mit seinen Sachen vorstellen kann.
Sabine Ruggeri: Manchmal matcht das natürlich. Sind
Stefan Bürger: die Leute bereit dazu, das zu tun?
Stefan Bürger: Oder sagen die ihnen, das ist so, wo ich halt.
Stefan Bürger: Ist doch toll, ist doch gemütlich.
Sabine Ruggeri: Von bis. Also wir versuchen sie, also die bezahlen ja uns auch.
Sabine Ruggeri: Also seit dieser Gesetzesänderung, dass uns ja beide bezahlen, finde ich, ist es ja für den Verkäufer auch ein
Sabine Ruggeri: bisschen schmerzhafter geworden, der Prozess. Und ich finde dafür, dass er uns bezahlt, da auch einen guten Preis zu
Sabine Ruggeri: machen und durchzusetzen, das ist natürlich schön, wenn er unseren Empfehlungen folgt.
Sabine Ruggeri: Machen tatsächlich nicht alle, aber die meisten schon.
Sabine Ruggeri: Und alles, was da stört, irgendwelche Viecher, damit meine ich jetzt keine Hunde um Gottes Willen, das ist ja
Sabine Ruggeri: eher was Positives, aber es gibt ja auch irgendwelche Terrarien, die jetzt nicht sein müssen und so.
Sabine Ruggeri: Das kann man schon so ein bisschen optimieren.
Stefan Bürger: Also weil Sie gerade bei Viechern sind, das ist ein Riesenproblem in meiner Erfahrung gewesen, gerade auch wenn es
Stefan Bürger: um Katzen geht beispielsweise, dass Wohnungen in einer Art verlebt sind.
Stefan Bürger: Nicht nur jetzt verkratzt oder in irgendeiner Art und Weise, sondern man merkt natürlich, dass da Haare rumliegen.
Stefan Bürger: Dann sind Riesennetze am Balkon gespannt.
Stefan Bürger: Das ist ja eigentlich ein komplettes No-Go, oder?
Sabine Ruggeri: Ja, das ist nicht so gut.
Sabine Ruggeri: Und zum Glück, oder nein, zum Glück ist völlig falsch, aber ich bin nicht nur Pferde-, sondern auch Katzenallergikerin
Sabine Ruggeri: und mache dann immer Werbung dafür, das sozusagen zu entkatzen, das Ganze.
Sabine Ruggeri: Weil natürlich auch Kunden durchaus allergisch sein können.
Sabine Ruggeri: und dann mache ich immer Werbung dafür, die Katze doch einfach so lange irgendwo anders hinzuschicken und das schon
Sabine Ruggeri: mal so ein bisschen alles zurückzubauen, dass einfach diese Nutzung auch nicht so ganz klar ist.
Stefan Bürger: Da fällt mir gerade ein bei Zurückbauen und Katzen.
Stefan Bürger: Ich hatte mal eine Wohnung, da war eine Katzendiebhaberin drin und die hatte auch dieses Absturznetz da vor dem
Stefan Bürger: Balkon, damit die Katze halt nicht runterfällt, war dritter Stock.
Stefan Bürger: Und gleichzeitig war die aber der Meinung, ihren Balkon dann auch noch mit zig Pflanzen und Rangpflanzen so auszustatten,
Stefan Bürger: dass ich an diesem Katzennetz dann die Pflanzen hochhau.
Stefan Bürger: Du kamst in das Wohnzimmer, du sahst eigentlich kein Tageslicht mehr.
Stefan Bürger: Es war auch immer die Lampe an.
Stefan Bürger: Und da haben wir gesagt, Leute, wir müssen diesen Balkon freischneiden.
Stefan Bürger: Also eigentlich brauchen wir einen Gärtner, um überhaupt erstmal...
Stefan Bürger: Und vor allen Dingen, eine Wohnung lebt ja auch vom Blick.
Stefan Bürger: Und du sahst nichts. Du kamst da rein und es war irgendwie so etwas Dschungelmäßiges.
Stefan Bürger: Und den Auftrag haben wir nicht gekriegt, weil die Person war so beleidigt.
Stefan Bürger: und hat gesagt, nein, das ist, also so nach dem Motto, finde doch bitte einen Katzendiebhaber, der einen zugewachsenen
Stefan Bürger: Balkon haben möchte, weil der findet das ja bestimmt toll.
Stefan Bürger: Nur so Leute laufen jetzt nicht so häufig durch die Gegend.
Sabine Ruggeri: Nee, das ist tragisch. Also so Dschungelwohnungen hatten wir auch schon öfter, auch so mit Wurzeln, das war ein
Sabine Ruggeri: bisschen eklig. Wurzeln? Das musste richtig rausgebrannt werden.
Sabine Ruggeri: Ach komm. Ich weiß bis heute nicht, wie das überhaupt geht, botanisch.
Sabine Ruggeri: Das ist eine Artgeschosswohnung und der Boden war mit so einer Wurzeldecke.
Stefan Bürger: total. da
Sabine Ruggeri: wird das irgendwie abgebrannt. Keine Ahnung, vielleicht stimmt das.
Stefan Bürger: Wir haben gerade gesagt, die meisten Wohnungen sind echt
Sabine Ruggeri: taktisch. Sind normal. Und jetzt kommt
Stefan Bürger: eine Abenteuerwohnung zu einer. Also wo war denn mal so eine Wohnung bei Ihnen richtig taktisch?
Stefan Bürger: Dass Sie da reingegangen sind und gesagt haben, wow, also hier, so lassen wir es, so geht die weg.
Stefan Bürger: Ja, das
Sabine Ruggeri: ist oft. Das ist das Schlimmste.
Sabine Ruggeri: Also für einen Makler ist ja das Schlimmste, wenn das so richtig tolle Dinger sind.
Sabine Ruggeri: Mein Bruder sagt dann immer, jetzt musst du wieder leiden.
Sabine Ruggeri: Ich will das alles haben. Ich will das alles nachkaufen und auch besitzen.
Sabine Ruggeri: weil wir haben so spannende Objekte.
Sabine Ruggeri: Ich meine, Hannover ist jetzt keine Weltstadt, aber hier haben wir teilweise Objekte gehabt von, was weiß ich, Sportlern,
Sabine Ruggeri: auch gekümmerten Sportlern und so, die einfach Küchen haben.
Sabine Ruggeri: So was haben sie noch nie gesehen, aus so einem Granitblock rausgeschlagen.
Sabine Ruggeri: Hammer. Oder neulich haben wir ein Penthouse verkauft, das hatte so einen richtigen Panic Room.
Sabine Ruggeri: Dann, wenn Ihnen jemand die Bude ausräumt, gehen Sie da rein, trinken eine Fanta, warten bis vorbei.
Sabine Ruggeri: Es ist einfach so Dinge, die sieht man ja sonst nicht.
Stefan Bürger: Ja, aber die wollen Sie doch jetzt nicht auch haben.
Stefan Bürger: Ich
Sabine Ruggeri: brauche jetzt den Panic Room nicht, aber diese Materialien, da bin ich total anfällig für, dann sehe ich das.
Sabine Ruggeri: Oder bei meinem Notar, der hat jetzt so einen getönten Spiegel, ich muss das haben.
Sabine Ruggeri: Und ich leide dann wirklich tagelang, dass es so tolle neue Ausstattung gibt.
Sabine Ruggeri: Also wir haben auch schon viel mit Luxus zu tun, was dann sozusagen einfach der Gegenspieler zu den anderen
Sabine Ruggeri: Wohnungen ist. Ja,
Stefan Bürger: schon mal ganz, wenn man dann selber gefährdet ist.
Stefan Bürger: Dass man sagt, so eine Küche brauche ich jetzt auch.
Stefan Bürger: Und dann fährt man nach Hause total unhappy mit der eigenen Küche, obwohl die wahrscheinlich schon super ist.
Sabine Ruggeri: Ja, da kann man alle, die zu mir kommen, sagen, du wohnst doch schon so schön.
Sabine Ruggeri: Ja, neulich hatte ich doch sowas Schönes.
Stefan Bürger: Das ist natürlich eine echt fiese Geschichte.
Stefan Bürger: Man sieht natürlich so viel und kriegt gleichzeitig eine Anregung.
Stefan Bürger: Wir haben aber, weil wir gerade über so besondere Ausstattungen sprechen, wir haben einmal ein Mehrfamilienhaus als Einspenner gebaut.
Stefan Bürger: Das heißt also eine Wohnung pro Etage und dann neun Geschosse.
Stefan Bürger: Und dann war in der obersten Wohnung, haben wir gesagt, da muss irgendwas richtig Spektakuläres drauf.
Stefan Bürger: Und da haben wir ganz oben eine vollverglaste Sauna drauf gebaut.
Stefan Bürger: Weil die im neunten Stock, es konnte keiner reingucken.
Stefan Bürger: Also es war völlig, war ja keine Blickbeziehung.
Stefan Bürger: Und die ist sofort verkauft worden.
Stefan Bürger: Zu einem absoluten Wahnsinnspreis, aber diese Besonderheit, eine Sauna über den Dächern der Stadt, voll verglast, das war das
Stefan Bürger: Ding. Und dann spielt auch witzigerweise Geldkacke eine Rolle.
Sabine Ruggeri: Ja, witzig, ne? Einfach so ein Unique.
Stefan Bürger: Ein Gimmick. Bei
Sabine Ruggeri: neunter Etage hätte mich das sonst gar nicht gereizt, aber so ist es wieder was Besonderes.
Stefan Bürger: Ja, also da sieht man dran.
Stefan Bürger: Manchmal ist es die aus Granit geschlagene Küche oder dann halt so eine ganz besondere Sauna.
Stefan Bürger: Wenn wir so auf die Ausstattung der Wohnungen gucken, wie weit sind die abgewohnt?
Stefan Bürger: Also ich kenne das ganz häufig, dass wir wirklich gucken müssen, dass wir erstmal in die Wohnung auch was
Stefan Bürger: investieren müssen. Ist das bei Ihnen auch so?
Stefan Bürger: Das
Sabine Ruggeri: ist ganz unterschiedlich. Also wir werden ja quasi gerufen und wir kommen.
Sabine Ruggeri: Also ich sage mal im Verkauf, wir machen ja auch viel Vermietung, im Verkauf ist es so, wir nehmen
Sabine Ruggeri: seit 23 Jahren fast alles an.
Sabine Ruggeri: Wir sind da nie eitel geworden und haben gesagt, wir machen nur noch ab XY, sondern wir verkaufen im
Sabine Ruggeri: Grunde von der Einzimmerwohnung bis zum Straßenzug, zum Quartier.
Sabine Ruggeri: Insofern ist davon bis. ist. Aber ich sage mal, wenn der Verkäufer sich nicht beraten lässt, noch was zu
Sabine Ruggeri: machen, dann geht es halt über den Preis.
Sabine Ruggeri: Da muss man offen sprechen. Und das ist ja manchmal auch ganz schmerzhaft.
Sabine Ruggeri: Im Moment ist es ja total in, dass es so Makler-Battle gibt.
Sabine Ruggeri: Dann weiß ich gar nicht, keine Ahnung, wo die Leute das herhaben.
Sabine Ruggeri: Jetzt laden wir da mehrere Makler ein.
Sabine Ruggeri: Jeder muss irgendwie da performen. Und das kenne ich eigentlich so gar nicht.
Sabine Ruggeri: Und ich glaube, es ist gut, wenn man einmal sagt, lassen Sie doch mal unter vier Augen uns wirklich
Sabine Ruggeri: über den Kaufpreis unterhalten. Es dringt ja nicht nach außen.
Sabine Ruggeri: Und dann fliegt halt unser Testballon und dann schauen wir mal, wen wir erreichen.
Sabine Ruggeri: Aber wir müssen auch einmal wirklich ernsthaft sprechen.
Sabine Ruggeri: Und da muss man das einfach wirklich einmal hart aussprechen.
Stefan Bürger: Das hier
Sabine Ruggeri: ist der Preis, der es wahrscheinlich wird.
Sabine Ruggeri: Und dann erschrecken die sich und dann denke ich immer, oh Gott, jetzt nehmen die eh den anderen, machen
Sabine Ruggeri: sie ja nicht. Es ist ja eigentlich gut, wenn man einmal gesprochen hat.
Sabine Ruggeri: Und dann geht das natürlich mit der Kaufpreisvorstellung der Verkäufer an den Markt, ist ja klar.
Sabine Ruggeri: Ja, aber ja, es drückt sich alles im Preis aus.
Stefan Bürger: Wenn wir so über launig über Makler-Erfahrungen reden, müssen wir ja mal über Ehepaare sprechen.
Stefan Bürger: Das ist ja ein ganz spannendes Thema.
Stefan Bürger: Also ich habe immer erlebt, wenn der Mann alleine kam und dann als Vorhut geguckt hat, dann brauchst du
Stefan Bürger: dir keine große Mühe zu geben, weil die Entscheidung fällt da nicht.
Stefan Bürger: Also ohne die Ehefrau oder die Partnerin wird, ist das bei Ihnen auch so?
Stefan Bürger: Definitiv. Da passiert
Sabine Ruggeri: gar nichts, kann man sich fahren.
Sabine Ruggeri: Also das ist, nee, im schlimmsten Fall findet der einen noch irgendwie nett und die Frau denkt, na super.
Sabine Ruggeri: Auch noch, da müssen
Stefan Bürger: Sie noch aufpassen.
Sabine Ruggeri: Genau, und Sie werden meinen Bruder vorschicken.
Sabine Ruggeri: Nee, aber das ist, also das bringt nichts.
Sabine Ruggeri: Das sind Männer, das finde ich auch ganz süß, dass Männer da wirklich, ich würde sagen zu 100 Prozent
Sabine Ruggeri: darauf hören, was die Frauen sagen.
Sabine Ruggeri: Finde ich ganz, ganz toll und da sind die auch total nachgiebig.
Sabine Ruggeri: Also das, nee, lohnt sich nicht.
Sabine Ruggeri: Ja. Ich
Stefan Bürger: hatte auch die tollsten Erlebnisse. Ich hatte mal einen Rhein-Eck-Bungalow.
Stefan Bürger: Ein Rhein-Eck-Bungalow. Allein, wenn du den Satz schon sagst, dann ist das komisch.
Stefan Bürger: Uraltes Produkt aus den 80ern oder so.
Stefan Bürger: Und da kam der Mann und der kam rein und der war sofort auf Krawall gebürstet.
Stefan Bürger: Die Küche ist so klein und das und das.
Stefan Bürger: Und dann 10 Minuten, dann warst du halt durch, weil der genau weiß, du brauchst dir jetzt keine große
Stefan Bürger: Zeit reinzuhängen. und das war so ein offener Besichtigungssonntag.
Stefan Bürger: Und das war, er war einer der Ersten und dann kam der zwei, drei Stunden später, kam er mit
Stefan Bürger: seiner Frau rein. Und derselbe Mann, und wir waren ja vor kurzem beieinander und der war völlig, sagt, ach,
Stefan Bürger: das ist aber schnuckelig. Ja, ne, schau mal.
Stefan Bürger: Und ich dachte, sag mal, hallo.
Stefan Bürger: Also, du hast doch eben gerade noch gesagt, diese Küche ist so klein.
Stefan Bürger: Jetzt ist sie schnuckelig. Was
Sabine Ruggeri: ist denn
Stefan Bürger: jetzt? Und da ist mir, das war so die Lehre überhaupt, zu sagen, die Maßstäbe sind sehr fluid, wenn
Stefan Bürger: es darum geht, wenn man als Paar etwas kaufen muss oder wenn man es für sich selber tut.
Stefan Bürger: Und dann habe ich das Gespräch natürlich auch auf die Frau gelenkt und am Ende haben die sogar gekauft.
Stefan Bürger: Echt? Ja. Und das war aber, ich kann das gar nicht so richtig erklären, da hätte man eine psychologische
Stefan Bürger: Abhandlung drüber schreiben können, weil er hat gemerkt, wie seine, und das war irgendwie auch auch schön zu sehen,
Stefan Bürger: wie seine Frau sich in diese Immobilie verliebt
Sabine Ruggeri: hat. Ja, und dann supportet er das.
Stefan Bürger: Und dann hat er supportet. Und dann hat er sich darauf eingelassen.
Stefan Bürger: Und dann standen wir vor dem Kamin, wo er noch gesagt hat, das wäre eine Ruhschleuder.
Stefan Bürger: Und sie hat gesagt, kannst du dir vorstellen, wie schön das im Winter ist.
Stefan Bürger: Und im Grunde hat die Frau ihm das Haus an meiner Stelle verkauft.
Stefan Bürger: Wenn du so willst. Aber nicht, weil sie es verkaufen wollte.
Stefan Bürger: Und das Schöne war, dass er sich darauf eingelassen hat.
Stefan Bürger: Das fand ich sehr wertschätzend. Auch ihr gegenüber hättet ihr sagen können, so ein Rufleute und tralala.
Stefan Bürger: Witzig, ne? Witzig. Von daher, es hat auch schon was Psychologisches, Makler zu sein.
Stefan Bürger: Total.
Sabine Ruggeri: Und das Mann-Frau-Ding, das ist ja unendlich, ist ja unerschöpflich.
Sabine Ruggeri: Interessant ist aber auch nochmal, wenn man jemanden mitbringt.
Sabine Ruggeri: Den Vater, den Schwiegervater.
Stefan Bürger: Den Berater. Der kennt sich
Sabine Ruggeri: aus. Oder auch sehr schön, die noch gerade so erwachsene Tochter kauft was und der Vater kommt nochmal mit.
Sabine Ruggeri: Oha, dann geht's los. Dann versuche ich mich immer erstmal auf die Seite des Vaters, weil der findet ja
Sabine Ruggeri: alles blöd. Und dann wird geklopft.
Sabine Ruggeri: Auf alles. Auf jede Wand, wo ich immer denke, was hört er, was wir nicht hören.
Sabine Ruggeri: Also was kann es sein, was er da erklopft?
Sabine Ruggeri: Ich weiß es nicht. Aber es ist einfach so eine ganz süße Übersprungshandlung.
Sabine Ruggeri: Frauen machen irgendwie die Schränke auf und zu.
Sabine Ruggeri: Warum, weiß ich nicht. Und Männer klopfen.
Sabine Ruggeri: Und müssen sie wirklich mal drauf achten.
Sabine Ruggeri: Sie klopfen hier und da und ich denke, aber ich kann ihnen doch sagen, wie dick die Wand ist
Sabine Ruggeri: oder ob sie trägt oder nicht.
Sabine Ruggeri: und ich glaube das einzig Gute ist, dass man sich ganz lieb auf die Seite von demjenigen schlägt und
Sabine Ruggeri: sagt, Mensch, die kennen sich wirklich aus, oder?
Sabine Ruggeri: Und wenn die mir zu wenn ich die nicht richtig brechen kann, dann frage ich die wirklich was Fachliches
Sabine Ruggeri: und sage ich, ich habe eine andere Immobilie, was würden Sie sagen, wie funktioniert das?
Sabine Ruggeri: Ganz süß.
Stefan Bürger: Oh, das ist ja clever.
Sabine Ruggeri: Dann macht die noch
Stefan Bürger: stärker und dann
Sabine Ruggeri: kann er seiner
Stefan Bürger: Beraterqualität auch Ihnen noch gegenüber über Funken.
Sabine Ruggeri: Ja, dann kann er das so ein bisschen approven und das finde ich aber schön, weil eigentlich will er
Sabine Ruggeri: ja, er will ja der Hilfende sein.
Sabine Ruggeri: Und die Tochter oder wer auch immer da jetzt gerade besichtigt, will doch die Immobilie, sonst hätte sie das
Sabine Ruggeri: doch gar nicht gemacht. Also muss man den beiden auch so einen kleinen Klaps in die richtige Richtung bringen,
Sabine Ruggeri: weil es bringt ja nichts, wenn wir uns draußen trennen und sagen, alles Schrott.
Sabine Ruggeri: Ist ja Quatsch.
Stefan Bürger: Aber es ist ja wirklich witzig, die Männer sind die Klopfenden.
Sabine Ruggeri: Finde ich schon. Ja,
Stefan Bürger: also das habe ich so gar nicht erlebt.
Stefan Bürger: Aber was ich natürlich erlebe, ist, dass die Männer mit so einer scheintechnischen Kompetenz auch immer daherkommen.
Stefan Bürger: Dass man also sagt, ja, also die Blickachse hier ist nicht ganz gelungen oder hier die Abstände.
Stefan Bürger: Es geht immer um Maße, um Fakten, um irgendwas.
Stefan Bürger: Und die Frauen gucken sehr viel mehr, jetzt sind wir aber voll im Mann-Frau-Bild, fällt mir
Sabine Ruggeri: gerade vor. Ja, ja.
Stefan Bürger: Irgendwie scheint es ja so zu sein.
Sabine Ruggeri: Liegt doch jeder, oder?
Stefan Bürger: Ja, und auch dieses Emotionale zu sein.
Stefan Bürger: Aber guck mal, hier geht die Sonne unter.
Stefan Bürger: Und schau doch mal, wie hier der Schatten läuft.
Stefan Bürger: Also manches Mal hatte ich so den Eindruck, sind hier wirklich zwei völlig unterschiedliche Blickwelten drauf.
Stefan Bürger: Es geht um dasselbe, es geht um dieselbe Wohnung.
Stefan Bürger: Und trotzdem, es wird völlig unterschiedlich interpretiert.
Sabine Ruggeri: Das Einzige, was man da machen kann, also falls jemand zuhört und Makler ist, ein lang erprobter Trick.
Sabine Ruggeri: Ich gucke die beiden an und sage, gefällt es ihnen denn?
Sabine Ruggeri: und dann kommt immer so eine kurze Pause, weil eigentlich rechnet damit keiner, weil der eine verteidigt, der andere
Sabine Ruggeri: hat Gegenargumente, es ist super technisch.
Sabine Ruggeri: Aber eigentlich geht es doch darum, gefällt es Ihnen gerade oder nicht?
Sabine Ruggeri: So wie im Restaurant schmeckt es eigentlich.
Sabine Ruggeri: Und das finde ich eigentlich einen ganz charmanten Übergang, wie man das hinkriegt, dass man sich wieder einkriegt und
Sabine Ruggeri: über die Sache und das Gefühl spricht.
Stefan Bürger: Es ist eine gute Weiterentwicklung unseres Gesprächs, weil ich merke immer mehr, dass Menschen auch mit einer besonderen Emotionalität
Stefan Bürger: auf Immobilien gehen und sagen, die Immobilie fühlt sich nicht gut an.
Stefan Bürger: Und dann frage ich mich, okay, was fühlt sich hier nicht gut an?
Stefan Bürger: Und das ist inzwischen aber zu einem, da schämt sich keiner mehr für.
Stefan Bürger: Also irgendwie, erleben Sie das auch so, dass das besonders Gefühlige...
Sabine Ruggeri: Ja, definitiv. Also das ist ja von sinngemäß hier spukt, bis hier stimmt der Geist nicht, hier ist Wasser
Sabine Ruggeri: komisch, Feng Shui ist gefühlt schon wieder lange vorbei, jetzt sind es andere Dinge, der eine spürt den Strom,
Sabine Ruggeri: der andere dies, das muss man alles ernst nehmen.
Sabine Ruggeri: Es ist eine emotionale Entscheidung und es muss sich natürlich gut anfühlen.
Sabine Ruggeri: Schwierig finde ich immer, wenn die Leute nach der Besichtigung sagen, ja, das war meine erste Immobilie, die ich
Sabine Ruggeri: angeguckt habe. das heißt dann auf Kundendeutsch, die wird es schon mal nicht, aber wieso nicht?
Sabine Ruggeri: Und dann habe ich gesagt, kennen Sie das beim Shoppen, wenn man so die erste Hose anprobiert hat und
Sabine Ruggeri: die sitzt total gut, dann hängt man sie weg.
Sabine Ruggeri: Warum? Das ist
Stefan Bürger: aber schon wieder ein gemeiner Trick, weil jeder weiß, weil jeder hat in seinem Leben schon mal was zurückgehangen,
Stefan Bürger: ist zwei Tage später hin und es war nicht mehr da.
Stefan Bürger: Also meine Tochter erzählt mir bis heute, wir waren, ich weiß nicht, in Griechenland oder irgendwas und ein Kleid
Stefan Bürger: und ich habe gesagt, du schlaf nochmal nachts, es war super teuer und es war so eine kleine Boutique
Stefan Bürger: und dann sind wir einen Tag später dahin und da war der Laden pleite das war der letzte Tag
Stefan Bürger: wo der offen hatte, bis heute das ist jetzt 10 Jahre her, bis heute haben wir Trouble wegen diesem
Stefan Bürger: Kleid und so ein Argument hat ja jeder im Kopf und wenn sie natürlich dann sagen, wissen Sie bei
Stefan Bürger: der Immobilie, da bringen sie natürlich die Leute echt unter Druck Aber
Sabine Ruggeri: ich finde es geht auch, man könnte ja auch sagen, machen Sie das bei Menschen auch so, würde man
Sabine Ruggeri: ja, das ist ein bisschen doll aber da würde man ja auch nicht sagen wir sind uns zwar sympathisch,
Sabine Ruggeri: aber ich gehe jetzt erstmal weiter.
Sabine Ruggeri: Ja,
Stefan Bürger: aber was macht man mit dem Gefühligen?
Stefan Bürger: Also ich hatte eine Besichtigung, das war ein Mehrfamilienhaus und der, der das kaufen wollte, war ein älterer Herr,
Stefan Bürger: sehr bodenständig, kam auch so, er war gekleidet wie so ein Landlord.
Stefan Bürger: Man merkte schon irgendwie, das ist ein naturverbundener Mensch und der wollte dann halt eine Wünschelroutenbegehung.
Stefan Bürger: und ich habe das überhaupt nicht ernst genommen doch doch also auf jeden Fall da kommen sie dann mit
Stefan Bürger: ihrer Wünschelrute vorbei da war der richtig eingeschnappt und sagt ja das mache doch nicht ich da habe ich
Stefan Bürger: einen Fachmann und der kommt dann angereist aus Irland ein riesen Popanz mit Termin und es musste eine besondere
Stefan Bürger: Uhrzeit und ich weiß nicht was sein herrlich und dann ist der tatsächlich da durchs Haus gelaufen ich habe
Stefan Bürger: dann einen Moment zugeguckt und er hat es auch nicht gekauft Ich habe dann auch nicht mehr gefragt, warum.
Stefan Bürger: Aber ist das echt normal inzwischen?
Sabine Ruggeri: Ich finde das süß, wenn die Leute so süße Macken haben.
Sabine Ruggeri: Das ist doch herrlich. Da kann man doch fragen, wie funktioniert das?
Sabine Ruggeri: Warum spüren Sie das und ich nicht?
Sabine Ruggeri: So mache ich da, ich entertaine mich da selbst mit und gucke einfach, wo geht die Reise hin.
Sabine Ruggeri: Das war eine
Stefan Bürger: sehr lebensweise Herangehensweise.
Sabine Ruggeri: Ja, weil ich mache das ja den ganzen Tag.
Sabine Ruggeri: Wir machen das mit meiner eigenen Firma allein schon seit 23 Jahren.
Sabine Ruggeri: Jeden Tag, von Montag bis Sonntag.
Sabine Ruggeri: Sie müssen es irgendwann mit Humor nehmen und es irgendwann menschlich sehen.
Sabine Ruggeri: Und ich finde das zauberhaft. Vielleicht lerne ich noch was.
Sabine Ruggeri: Also ich finde es natürlich auch ein bisschen schräg.
Sabine Ruggeri: Aber ja, es ist am Ende eine Gefühlsentscheidung.
Sabine Ruggeri: Und neulich wurde ich mal von einem Makler angerufen.
Sabine Ruggeri: Das ist ja auch mal was.
Sabine Ruggeri: Ich kaufe ja auch Immobilien und meistens habe ich ein gutes Händchen dafür.
Sabine Ruggeri: Manchmal brauche ich auch einen guten Makler.
Sabine Ruggeri: Und dann sagte ich dem ab und dann hat er mich gefragt, fragt, was müsste die Immobilie denn, was
Sabine Ruggeri: muss denn ganz konkret jetzt darin verändert werden, damit sie ihm gefallen würde?
Sabine Ruggeri: Der Typ war noch ganz jung, 22 oder so, und dann dachte ich, kann das wahr sein?
Sabine Ruggeri: Da sitze ich hier mit gefühlt und wahrhaftigen 50.
Sabine Ruggeri: Und die Frage ist so einfach und so gut, dass ich dachte, wow.
Sabine Ruggeri: Und dann habe ich dem auch schriftlich nochmal geantwortet, dass ich die Herangehensweise großartig finde als Kollegin sozusagen zu
Sabine Ruggeri: sagen und die auf jeden Fall mit anwenden werde, weil das ist so simpel und richtig, einfach zu sagen,
Sabine Ruggeri: was muss denn jetzt sein, damit es Ihnen gefällt oder ist das ein komplettes No-Go, weil dann brauche ich
Sabine Ruggeri: ja Ihre Zeit auch nicht zu verschwenden.
Stefan Bürger: Ja, wir sind bei menscheln und wir müssen noch weiter menscheln.
Stefan Bürger: Was menschelt bei Ihnen, oder was hat bei Ihnen so gemenschelt in den letzten Jahren, wo Sie sagen würden,
Stefan Bürger: das ist so eine Story, meine Güte, das kann man sich gerne träumen, weil es ist ja genau wie
Stefan Bürger: Sie sagen, du nimmst ein Hörer ab und es fängt eine Geschichte an.
Stefan Bürger: Da ist ein Mensch oder eine Familie oder irgendwas, die sucht was und jedes Ding, so ähnlich wie das
Stefan Bürger: zu sein scheint, hat ja doch wieder so ein ganz eigenes Vibe.
Sabine Ruggeri: Ja, voll. Also man taucht ja im Grunde jedes Mal etwas ganz Privates ab, was generell erstmal positiv ist.
Sabine Ruggeri: Das
Stefan Bürger: ist ja
Sabine Ruggeri: ganz selten, dass da irgendwelche Dramen passieren.
Sabine Ruggeri: Und in unserem letzten gemeinsamen Podcast haben wir ja gesagt, beim Arzt ist es halt schwierig.
Sabine Ruggeri: Die meisten, die kommen, sind krank.
Sabine Ruggeri: Das ist doch irgendwie schade. Und bei uns passiert ja ganz viel Positives.
Sabine Ruggeri: Aber man guckt halt auch immer mal in die Gemächer der anderen und jeden Tag in ein fremdes Leben.
Sabine Ruggeri: Und was ich irgendwie ganz schräg fand, und da weiß ich bis heute nicht, wie man richtig reagiert, war,
Sabine Ruggeri: ich kam mal zu einer Besichtigung, da lief die Sendung bei Vox noch und die Besichtigung war um 18
Sabine Ruggeri: Uhr. Das Format lief aber auch immer um 18 Uhr.
Sabine Ruggeri: Jetzt war ich da nicht jedes Mal zu sehen, aber da schon.
Sabine Ruggeri: Jetzt hatte der Kunde den den Fernseher an, während der Besichtigung oder dieser Aufnahme dieser Wohnung.
Sabine Ruggeri: Und jetzt lief da aber die Sendung.
Sabine Ruggeri: Und dann war ich da quasi in der Sendung.
Sabine Ruggeri: Und dann stand ich da so ein bisschen unberufen, guckte zum Fernseher und zu dem Kunden so von wegen,
Sabine Ruggeri: merken Sie es? Und dachte aber gleichzeitig, ich kann dem doch jetzt nicht sagen.
Stefan Bürger: Das bin ich.
Sabine Ruggeri: Gucken Sie mal, das ist ja auch irgendwie falsch.
Sabine Ruggeri: Aber
Stefan Bürger: er hat das nicht gerafft?
Sabine Ruggeri: Nee, oder er wollte es nicht, ich weiß es noch nicht.
Sabine Ruggeri: Aber überhaupt, dass der Fernseher läuft, Gut, das ist ein anderes Thema.
Sabine Ruggeri: Aber wie schräg ist denn das?
Sabine Ruggeri: Stellen Sie sich mal vor, Sie kommen jetzt irgendwo rein und laufen da auf einem Bildschirm.
Sabine Ruggeri: Was sagt man denn dann? Oha!
Sabine Ruggeri: Da
Stefan Bürger: bin ja ich.
Sabine Ruggeri: Da bin ja ich. Ist auch blöd.
Sabine Ruggeri: Das fand ich auch irgendwie so schräg.
Sabine Ruggeri: Und natürlich gab es in der Zeit immer mal wieder auch, wo man nicht so genau wusste, wollen sie
Sabine Ruggeri: jetzt die Maklerin kennenlernen oder wollen sie halt wirklich über die Sendung an einen guten Makler rankommen, das hat
Sabine Ruggeri: sich manchmal auch so ein bisschen vermischt, aber was ich, wo sie menschlich sagen, was ich süß finde, ist,
Sabine Ruggeri: wenn Kunden sich bedanken. Jetzt zahlt man ja an Makler unfassbar viel Geld, haben wir schon mal eruiert, dass
Sabine Ruggeri: das gut so ist. Eigentlich
Stefan Bürger: noch nicht genug, wenn wir ehrlich sind.
Sabine Ruggeri: Aber aber Dankbarkeit ist ja nochmal was ganz anderes und da erleben wir wirklich ganz also das finde ich
Sabine Ruggeri: schon wirklich speziell von ganz schrägen Dingen also das schrägste war da hatten wir einen Dank wo eine Kundin
Sabine Ruggeri: 100 Briefumschläge mit Briefmarken bedruckt hat auf denen ich drauf war kann ich nicht machen aber das ist schon
Sabine Ruggeri: ein bisschen schräg
Stefan Bürger: Da muss ich einen Moment drüber nachdenken, ob ich das gut oder blöd finde.
Stefan Bürger: Also irgendwie hat das ja auch was.
Stefan Bürger: Also
Sabine Ruggeri: ich glaube, ich habe sie aufgehoben, weil ich das irgendwie so eigenartig fand.
Sabine Ruggeri: Aber Geschenke generell nehmen wir natürlich gerne an.
Sabine Ruggeri: Und da war auch alles dabei.
Sabine Ruggeri: Also da war schon alles dabei, was man sich vorstellen kann.
Sabine Ruggeri: Und das Schönste in letzter Zeit war, da hatten wir so einem ukrainischen Verband geholfen, weil die anderen waren
Sabine Ruggeri: auch nicht so ganz leicht. Und dann haben die uns so ein riesiges Schmuckamulett angetragen.
Sabine Ruggeri: Da muss man schon zwei Meter groß sein, um das zu tragen.
Sabine Ruggeri: Das ist ein richtig schweres Ding, was man sich so umhängen kann.
Sabine Ruggeri: Und das haben wir in das Haus meines Bruders gehängt, als Schutz.
Stefan Bürger: Ach, der Arme, der muss jetzt sehr halten.
Sabine Ruggeri: Der muss sehr halten. Und das finde ich so, ansonsten ist immer alles dabei.
Sabine Ruggeri: Von Essen, wir bekommen viel Essen geschenkt.
Sabine Ruggeri: Ich weiß auch nicht, warum. Ja,
Stefan Bürger: also gehen Sie dann gemeinsam essen oder sind das so Fresskörbe?
Stefan Bürger: Nee,
Sabine Ruggeri: das ist lange her. Das habe ich
Stefan Bürger: erlebt, weil Sie gerade Essen sagen.
Stefan Bürger: Und das war mein erstes Mal, wo ein zufriedener Kunde gesagt hat, ach, da lade ich Sie gerne zum
Stefan Bürger: Essen ein. Und ich habe gesagt, ja, toll, schön.
Sabine Ruggeri: So ein Closing-Dinner, ne?
Stefan Bürger: Ja, ja. Und dann war das bei ihm zu Hause, okay.
Stefan Bürger: Das fand ich schon mal komisch.
Stefan Bürger: Und es gab Erbsensuppe am Küchentisch.
Sabine Ruggeri: Wenigstens richtig gut, oder?
Stefan Bürger: Die war lecker, ja. Aber das war so...
Stefan Bürger: Das
Sabine Ruggeri: war das Closing-Dinner.
Stefan Bürger: Das war das Closing-Dinner. Und da war ich irgendwie...
Stefan Bürger: Weißt du, man stellt sich so vor, junger Makler, und da wirst du vom Kunden, zufriedenen Kunden zum Essen
Stefan Bürger: eingeladen und dann sitzt du bei denen in der Küche und du kriegst Erbsensuppe und die Kinder sind am
Stefan Bürger: Tisch und du versuchst irgendwie, wie kommst du denn jetzt aus dieser Situation so mit raus?
Stefan Bürger: Das war echt, das war mein erstes Closing-Denner.
Sabine Ruggeri: Wobei bei so einer Erbsensuppe, ich glaube, da hätte ich mich wenigstens parkettsicher gefühlt, weil ich kann mich erinnern,
Sabine Ruggeri: als junge Frau, wenn ich dann mal so eingeladen wurde von so Leuten, die damals noch vermögender, wichtiger, weltgewandter
Sabine Ruggeri: waren, ich habe mich darauf geschämt.
Sabine Ruggeri: Ich kann mich erinnern, da wurde ich zu einem Dinner eingeladen nach Berlin Auch schon irgendwie für mich eine
Sabine Ruggeri: große Nummer gewesen und dann trank ich den ganzen Tag Champagner da bei dem Essen, weil ich dachte, warum
Sabine Ruggeri: nicht? Das schmeckt gut. Und hatte irgendwie dieses kleine Brot, was man ja nur Sie wissen, wie man das,
Sabine Ruggeri: inzwischen weiß ich das natürlich auch alles, aber damals wusste ich nicht, wie man das genau abzupft und so
Sabine Ruggeri: weiter Und dann machten die mir das immer nach Da habe ich dann schon gemerkt, ich mache irgendwas Okay,
Stefan Bürger: die wollen, dass es nicht so auffällt.
Sabine Ruggeri: Und dann habe ich gesagt, sie können aber auch was anderes trinken, weil das war ja deren Einladung.
Sabine Ruggeri: Und dann meinten die so, nein, nein, sie trinken den ganzen Abend Champagner, dann machen wir mit und das
Sabine Ruggeri: Brot, das machen wir jetzt auch so.
Sabine Ruggeri: Und das war für mich ganz schlimm.
Sabine Ruggeri: Ich hatte ein ganz schlimmes Gefühl.
Sabine Ruggeri: Heute ist alles anders. Aber es kann einem, manchmal sind die Schuhe auch zu groß, indem man da schlüpft.
Stefan Bürger: Ja, und dieses Thema Closing Dinner hat halt auch ganz unterschiedliche Facetten.
Stefan Bürger: Von der Erbsensuppe bis zum Champagnerabend, ist da ja alles so mit drin.
Stefan Bürger: Ja, bei Menschen, gerade wenn es so persönlich geht und Geschenken, muss man aufpassen.
Stefan Bürger: Also man bekommt natürlich auch schnell Sachen, die dann echt geschmacklos sind oder Sachen, wo man dann aufpassen muss.
Stefan Bürger: Ist Ihnen da mal was begegnet?
Stefan Bürger: Also irgendwas, wo Sie sagen, das kann ich nicht annehmen?
Sabine Ruggeri: Ja, also die Sachen, die ich nicht annehmen will, die verschenke ich entweder weiter oder block das ab.
Sabine Ruggeri: Und ich muss sagen, jetzt, wo auch diese diese Fernsehzeit lange vorbei ist, ist das alles wieder ganz normal.
Stefan Bürger: Ach, das war mit dem Fernsehen intensiver.
Stefan Bürger: Da
Sabine Ruggeri: kamen auch ständig Geschenke. Also einfach
Stefan Bürger: so. Von
Sabine Ruggeri: irgendwelchen Künstlern, die einen gemalt haben.
Sabine Ruggeri: Kann man machen. Und andere wollten dann auch meine Schuhe kaufen, meine Strumpfhosen kaufen und sowas alles.
Sabine Ruggeri: Ach, das ist so... Ja,
Stefan Bürger: das ist natürlich immer so ein bisschen in diese Fame-Geschichte mit reinkommt und die Gala anruft und sagt, Mensch,
Stefan Bürger: Frau Ruggeri, wollen wir nicht eine eine Homestory machen, Sie in Ihrer Granitküche.
Sabine Ruggeri: Sozusagen, habe ich da zum Glück nie gemacht.
Sabine Ruggeri: Also da habe ich schon aufgepasst, was ist privat.
Sabine Ruggeri: Aber nee, also ich verkaufe Immobilien und keine Strumpfhosen.
Stefan Bürger: Und
Sabine Ruggeri: da ist dann auch für mich die Grenze gewesen.
Sabine Ruggeri: Also ich
Stefan Bürger: muss der Sorgfalt halber natürlich sagen, in der Aufgabe jetzt bei GWH gibt es ohnehin überhaupt gar keine Geschenke.
Stefan Bürger: Türen
Sabine Ruggeri: Sie auch nicht, ne?
Stefan Bürger: Nein, nein, nein, machen wir auch überhaupt nicht.
Stefan Bürger: Und es hat sich auch, muss ich sagen, ich finde es auch sehr gut, wahnsinnig abgekühlt.
Stefan Bürger: Also vor 10, 15 Jahren war irgendwo klar, wir arbeiten nicht mehr mit dieser Geschenke- und Kumpelei-Geschichte.
Stefan Bürger: Aber auch vorher haben wir das schon gelassen.
Stefan Bürger: Das waren so die in den 90ern, als die Makler, da war das einfach gang und gäbe.
Stefan Bürger: Gerade, wenn ich denke, was es für Champagnerflaschen gab.
Sabine Ruggeri: Es wurde hin und her geschleppt.
Sabine Ruggeri: Aber wissen Sie, was es jetzt für einen komischen Trend wieder gibt?
Sabine Ruggeri: Finde ich auch nicht gut. Sehr amerikanisch, jetzt fotografiert man sich wieder beim Notar.
Sabine Ruggeri: Finde ich ganz schlimm. Ganz schlimm.
Sabine Ruggeri: Möchte ich nicht.
Stefan Bürger: Ja, das ist komisch. Also das ist so diese Selfie-Seite.
Stefan Bürger: Also jeder Teil meines Lebens muss jetzt irgendwie festgehalten und dokumentiert werden.
Stefan Bürger: Ja. Ja, eigenartig. Aber wir Menschen sind halt auch wirklich bunte Wesen.
Stefan Bürger: Und das macht den Job ja auch so super interessant.
Stefan Bürger: Wir sind jetzt noch eine Viertelstunde entfernt von unserem Landeanflug.
Stefan Bürger: Und so ein paar ganz spezielle Geschichten dürfen wir, glaube ich, unseren Zuhörern jetzt nicht vorenthalten, weil eine, und
Stefan Bürger: die lege ich jetzt mal mit rein und dann legen Sie mal drauf, jetzt sind wir nicht mehr beim
Stefan Bürger: Thema, sondern jetzt sind wir einfach so bei den großen Geschichten.
Stefan Bürger: Ich habe nämlich eine Besichtigung gehabt, auch wieder so eine Sonntagsbesichtigung.
Stefan Bürger: Das waren eigentlich die interessantesten. Also offene Hausbesichtigung und Sonntag 11 bis 17 Uhr.
Stefan Bürger: Und entweder es kam überhaupt keiner oder es kamen von 12 bis 1 alle oder es war den ganzen
Stefan Bürger: Tag die Hölle los. Also du wusstest nie, was da so passiert.
Sabine Ruggeri: Ja, schlimm.
Stefan Bürger: Es war eine sehr, sehr anstrengende Maklertätigkeit.
Stefan Bürger: Und lang rede kurzer Sinn, ich bin morgens gerade aufgeschlossen, kommt ein Pärchen mit rein, dunkelhaarige Frau, blaues Kleid,
Stefan Bürger: älterer Herr, machen eine ganz normale Besichtigung, haben uns alles angeguckt.
Stefan Bürger: Der Mann wollte unbedingt in den Keller, das ist auch so eigenartig, Männer wollen immer Keller sehen.
Sabine Ruggeri: Und Dachboden, ja.
Stefan Bürger: Und Dachboden auch. Das interessiert Frauen im Großen und Ganzen eigentlich nie.
Stefan Bürger: Aber egal, auf jeden Fall das gemacht und sie sehr gewählt, Altersunterschied, ich würde sagen, mindestens 20, 25 Jahre,
Stefan Bürger: aber irgendwie schon auch arriviert. Sie war allerdings eindeutig meinungsführend und hatte auch ein ganz straffes Erwartungshorizont, was so
Stefan Bürger: aus dem Haus gemacht werden sollte.
Stefan Bürger: So, und dann schwirrten die beiden ab.
Stefan Bürger: Besser gesagt, er ging erstmal raus, wollte das Auto holen und sie hatte noch sechs, sieben Fragen und sagte,
Stefan Bürger: ja, wie geht denn das und wie geht denn das?
Stefan Bürger: Und mich hat schon gewundert, die Fragen hatten so gar nichts mit der Besichtigung zu tun.
Stefan Bürger: Also sagte er, gibt es denn da noch ein Gartenhaus hinten drin?
Stefan Bürger: Warum jetzt plötzlich ein Gartenhaus und ein zweiter Stellplatz der Stellplatz für ein Auto, ja, gibt es auch.
Stefan Bürger: Lange Rede, kurzer Sinn, war ein bisschen eigenartig.
Stefan Bürger: Vier Stunden später. Vier Stunden später kommt eine Frau, kommt die Frau, dunkle Haare, blaues Kleid, um die Ecke
Stefan Bürger: mit einem anderen Mann.
Sabine Ruggeri: Ach, Quatsch.
Stefan Bürger: Und besichtigt dasselbe Haus. Und die guckt mich an.
Stefan Bürger: Und ich so, verdammt, was ist denn jetzt?
Stefan Bürger: Jetzt muss ich überlegen. Ach, haben Sie Ihren Bruder mitgebracht?
Stefan Bürger: Ich meine, das kann ja irgendwie Familie sein.
Stefan Bürger: Stark. Es war keine Viertelstunde. Nach zehn Minuten wusste ich, das ist nicht der Bruder, das ist nicht der
Stefan Bürger: Vater, das ist nicht der Berater, sondern das ist die zweite, wie nennt man das denn?
Stefan Bürger: Und dann haben die dieselbe Besichtigung gemacht und dann brauchte der das Gartenhaus und auch den zweiten Stellplatz.
Stefan Bürger: Also sie hatte vorher schon mal ventiliert, ob das funktioniert.
Stefan Bürger: Und ich habe gedacht, wie reagiert sie jetzt, wenn ich da stehe?
Stefan Bürger: Vielleicht hat sie ja gedacht, es ist ein anderer Verkäufer dann da oder sowas.
Sabine Ruggeri: Ja, das kann man auch cool, oder?
Sabine Ruggeri: Aber
Stefan Bürger: überhaupt gar kein, kein Wimpern zucken, dieselben Fragen gestellt wie vorher.
Stefan Bürger: Also genau das ist ja mit einer Coolness, da war ich wirklich, also das ist mein Maklererlebnis, wo ich
Stefan Bürger: ehrlich überfordert war, wo ich nicht wusste, du willst ja kein Glos stellen, auf der anderen Seite bist du
Stefan Bürger: auch so sprachlos, du kriegst ja kaum, also wie gehst du denn mit sowas um?
Stefan Bürger: Aber am Ende des Tages, der Ältere hat beurkundet.
Sabine Ruggeri: Der Erste oder der Zweite?
Stefan Bürger: Der Erste. Aber alleine. Was heißt das jetzt?
Stefan Bürger: Ich habe dann immer gefragt. Ich war froh, dass es verkauft
Sabine Ruggeri: war. Bestimmt hat der andere auch eins gekauft.
Stefan Bürger: Das kann er
Sabine Ruggeri: nicht. Sie hat einiges richtig gemacht.
Sabine Ruggeri: Sehr unglaublich. Stark.
Stefan Bürger: Haben Sie auch so Erlebnisse? Also so Sachen, wo man hinter die Kulissen guckt?
Sabine Ruggeri: Ja, ich glaube, man kriegt da schon mehr mit, als man möchte.
Sabine Ruggeri: Oder als es richtig richtig ist.
Sabine Ruggeri: Ich weiß nicht, ob das jugendfrei genug ist.
Stefan Bürger: Also wir haben ja nur erwachsene Hörer und das ist ja die Sondersendung.
Stefan Bürger: Wir sind bei Wohngefühl. Jetzt kriegt der Begriff Wohngefühl auch nochmal eine ganz andere Farbe.
Stefan Bürger: Und wir sind bei der Gossip-Geschichte und diejenigen, die bis jetzt durchgehalten haben, die wollen natürlich jetzt auch wirklich
Stefan Bürger: Informationen haben.
Sabine Ruggeri: Die lasse ich jetzt eiskalt stehen und erzähle ich dann, wenn sie meine Kunden werden, unter vier Augen.
Sabine Ruggeri: Okay, das
Stefan Bürger: ist ein Werbeblock.
Sabine Ruggeri: Genau, weil da muss ich jetzt loyal Aber es ist schon verrückt, was man alles sieht, oder?
Stefan Bürger: Ja, was soll man sagen? Das Leben ist bunt, die Makelei schon mal besonders.
Stefan Bürger: Wir haben jetzt eine knappe Stunde gemeinsam über Aufs und Abs, die Psychologie, die Besonderheiten der Immobilien, Katzen- und
Stefan Bürger: Pferdeallergien gesprochen. Also bunter geht es kaum.
Stefan Bürger: Und ich hoffe, dass unsere Zuhörerinnen und Zuhörer einfach eine schöne Stunde hatten, die sie zum einen unterhalten, aber
Stefan Bürger: zum anderen auch so mit der Ernsthaftigkeit dessen, was Immobilienwirtschaft und Markelei und Umgang mit Wohnen so auch an
Stefan Bürger: sensiblen Momenten hat, aufnehmen konnte. Deswegen, Frau Ruggeri, danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
Sabine Ruggeri: Ich habe zu danken.
Stefan Bürger: Und das war die erste Sonderausgabe von Wohngefühl, diesmal zum Thema Psychologie der Kunden und der Käuferinnen.
Stefan Bürger: In diesem Sinne, schön, dass Sie dabei waren und noch eine gute Zeit.
Sabine Ruggeri: Alles Gute.
Outro: Das war Wohngefühl, ein Podcast der GWH Immobilienholding.
Outro: Abonnieren Sie den Kanal und empfehlen Sie uns gerne weiter.
Outro: Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie uns in die Kommentare.
Outro: Und wenn Sie mögen, hören wir uns kommenden Dienstag wieder.
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