Wie können sich mehr Menschen eine eigene Immobilie leisten, Herr Buchholz?
Shownotes
Wie wirkt sich die aktuelle Marktlage auf die Immobilienfinanzierung aus – und was braucht Deutschland, damit sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können? In dieser Folge von WohnGefühl spricht Stefan Bürger mit Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, über die Realitäten des Immobilienmarkts aus Bankenperspektive: Zinsen, Baukostensteigerungen, Fördermittel, Energetik und das wachsende Stadt-Land-Gefälle. Ein offenes, konkretes Gespräch mit einem der erfahrensten Immobilienfinanzierungsexperten der Region.
Wie wirkt sich die aktuelle Marktlage auf die Immobilienfinanzierung aus – und was braucht Deutschland, damit sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können? In dieser Folge von WohnGefühl spricht Stefan Bürger mit Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, über die Realitäten des Immobilienmarkts aus Bankenperspektive: Zinsen, Baukostensteigerungen, Fördermittel, Energetik und das wachsende Stadt-Land-Gefälle. Ein offenes, konkretes Gespräch mit einem der erfahrensten Immobilienfinanzierungsexperten der Region.
Darum geht's in dieser Folge:
- Welche Rolle spielt Immobilienfinanzierung für eine Sparkasse wie die Kasseler Sparkasse?
- Warum werden so wenige Wohnungen gebaut – und wer trägt die Verantwortung?
- Das Stadt-Land-Gefälle auf dem Immobilienmarkt: Leerstand im ländlichen Raum vs. Wohnungsnot in Ballungszentren
- Infrastruktur als Grundvoraussetzung für die Entwicklung des ländlichen Raums
- Klimaqualität von Immobilien: Wie bewertet eine Bank energetische Standards?
- Förderprogramme als Hebel – und die volkswirtschaftliche Frage dahinter
- Zinsentwicklung: Wo stehen wir, und was erwartet uns?
- Digitalisierung in der Sparkasse: Chance zur Prozessverbesserung oder Jobrisiko?
- Ausblick auf die Bankenlandschaft in zehn Jahren – Konsolidierung, KI und die Zukunft der Beratung
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Stefan Bürger: Ja, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Wohngefühl, dem Podcast über die Immobilien- und Wohnungswirtschaft. Und ich freue mich total, dass wir heute auf die Seite der Banken schauen können, denn ich habe mit Ingo Buchholz, dem Vorstandsvorsitzenden der Kasseler Sparkasse, einen wirklichen Finanzierungs- und auch einen Immobilienfinanzierungsprofi gegenüber. Stefan Bürger: Schön, dass Sie da sind, Herr Buchholz. Ingo Buchholz: Ja, herzlich willkommen auch von meiner Seite. Stefan Bürger: Ja, wir wollen uns um das Thema Immobilienmärkte drehen und das ist natürlich ein ganz weites Feld, denn, ähm, nicht nur, dass wir ganz unterschiedliche Marktverfassungen in Deutschland haben, dass die Zinsen drauf wirken, dass das Ganze was mit Energetik und Klima zu tun hat, ist natürlich auch ein Riesenwirtschaftsgut. Stefan Bürger: Wie wichtig ist denn der Immobilienmarkt für so 'ne Sparkasse wie die Kasseler Sparkasse, die ja schon 'n ganz mächtiges, großes Haus ist? Ist das, ist das im, im Verhältnis zu den anderen Kapitaltransfers und Anlagethemen, die Sie machen, bedeutsam oder eher so zweitrangig?
Ingo Buchholz Nee, ganz im Gegenteil. Also: das Thema Immobilie ist für uns 'n ganz, ganz wichtiges Thema aus unterschiedlichen- Gesichtspunkten, ähm, äh, zum einen sind wir diejenigen, die die allermeisten Menschen in die eigenen vier Wände bringen. Ingo Buchholz: Nicht nur hier in Kassel, sondern auch deutschlandweit die Sparkassen-, äh, Finanzgruppe. Und, äh, damit Sie mal so 'ne Vorstellung haben: Wir haben im letzten Jahr hier in unserem Geschäftsgebiet, das ist ja Kassel-Stadt und, äh, der Kassel-Landkreis, äh, Kredite zugesagt in einer Größenordnung von rund sechshundert Millionen Euro. Ingo Buchholz: Und davon waren dreihundertsechzig Millionen Euro alleine Kredite im privaten Wohnungsmarkt. Das ist, äh, ja sehr unterschiedlich. Das sind dann die klassischen Neubauten, äh, das sind, äh, Investitionen in Bestandsimmobilien, äh, aber das macht einen, einen sehr, sehr großen Teil aus und ich sage immer, das ist unser Brot-und-Butter-Geschäft.
Stefan Bürger Ist das eher: zähneknirschend Brot-und-Butter-Geschäft oder schlägt da auch so 'n Denkerherz für zu sagen: Es ist 'n sicheres Asset, es ist eigentlich 'ne gute zu bewertende, äh, Entität, ne? Ingo Buchholz: Also das ist ja genau auch die Aufgabe einer Sparkasse, den regionalen Wirtschaftskreislauf hier in, in Gang zu halten. Ingo Buchholz: Und ich sag mal, wir sind ja aus ganz anderen Jahren gekommen, äh, wo wir ein wesentlich höheres, äh, Volumen auch an, an Kreditzusagen gehabt haben und wa-was wir letztendlich sehen, dass die Bautätigkeit, äh, mit der, äh, noch Anfang der 20er Jahre gar nicht zu vergleichen ist. Wir hatten ja 2024 die niedrigsten Baugenehmigungen überhaupt.
Ingo Buchholz Wenn man mal sich immer vors geistige Auge führt, dass die Bundesregierung gesagt hat, wir wollen vierhunderttausend Wohnungen errichten und 2024 waren, was ich, zweihundertdreißigtausend Baugenehmigungen, dann reicht das natürlich hinten und vorne nicht aus. Und das merken wir natürlich auch. Also wir sehen zwar jetzt auch einen, einen leichten, äh, Anstieg, äh, bei den, bei der: Investitionstätigkeit Aber, äh, kein Vergleich, äh, zu den, äh, umfangreichen Jahren, äh, um die 20er Jahre. Stefan Bürger: Liegt das vielleicht auch ein bisschen an den Banken? Denn, äh, wenn ich sehe, wie lange wir heute brauchen, um 'ne Finanzierung, äh, durch die Bankengremien zu bringen und da rede ich natürlich nicht von der Kasseler Sparkasse. Das Ingo Buchholz: trifft ja auf uns auch gar nicht zu. Stefan Bürger: Ja, okay. Also man hört zumindest, ich frage auch nur für einen Freund. Stefan Bürger: Natürlich. Man hörte gerüchteweise, ähm, dass es Banken geben soll, wo die, äh, Bewilligungszeiträume gerade so in den letzten zwei Jahren erheblich länger geworden sind. We-wenn man das so hört, wodran liegt das? Also gibt's das Thema Überregulatorik auch im Hinblick auf die Immobilie in der Bankenwelt? Ingo Buchholz: Ja, das ist natürlich, also die, die, die Bankenaufsicht, äh, guckt, äh, ganz genau auch auf das Thema Immobilienwirtschaft.
Ingo Buchholz Das muss man fairerweise sagen. Äh, aber das ist jetzt, äh, äh, kein K.-o.-Kriterium oder sonst was. Es macht für uns die Arbeit ein bisschen, äh, komplexer,: äh, aber das spürt, äh, grundsätzlich der Kunde nicht. Also noch mal, also das ist, äh, gerade das Thema Immobiliengeschäft ist für uns das Brot-und-Butter-Geschäft. Ingo Buchholz: Äh, da-das können wir, das wollen wir und, äh, das wollen wir auch weiter, äh, forcieren. Und, äh, wenn man jetzt guckt, was sind eigentlich die Gründe? Natürlich, die Gründe, die immer angeführt werden: Wir haben natürlich nicht mehr so ein Zinsniveau wie, äh, noch, äh, um 2020, 2019, 2018. Wir sehen natürlich auch, dass die, dass die Preise, die Inflation, äh, und, und die Kosten nach oben gegangen sind. Ingo Buchholz: Und ich glaube, dass wir in Deutschland auch zu hohe Standards haben, was die Errichtung von Immobilien angeht, geschweige denn auch von den ganzen Genehmigungsverfahren. Und das führt letztendlich dazu, dass, ähm, ja immer weniger Leute sich, äh, so die klassische Immobilie leisten können. Stefan Bürger: Mhm. Ingo Buchholz: Und das ist schade, weil das, ich sage, das ist unsozial. Ingo Buchholz: Also wir müssen doch wieder in eine Situation kommen, wo sich jeder auch die vier Wände leisten kann.
Stefan Bürger Sehen Sie die Nachfrage?: Also das Wollen ist da, die, die Möglichkeit versiegt. Ingo Buchholz: Also die Nachfrage, äh, ist da und, äh, das sehen wir doch letztendlich auch an den, an den, an den steigenden Mietpreisen. Also die Mietpreise gehen nach oben. Ingo Buchholz: Warum? Weil die Nachfrage nach Wohnraum größer ist als das Angebot. Und, äh, die, die jetzt eher auf der Mietsuche sind, das waren die, die in der Vergangenheit sich die eigenen vier Wände, äh, denn auch, äh, selbst erworben haben. Und wir müssen auch mal sehen im Vergleich, im europäischen Vergleich haben wir, ich glaube, die Schweiz ist noch ein bisschen schlechter, haben wir die geringste Eigentumsquote mit fünfundvierzig Prozent.
Ingo Buchholz Also da haben wir doch noch ordentlich Luft nach oben. Und da frage ich mich, äh, warum die Politik nicht reagiert. Also, äh, man könnte überlegen, früher, äh, gab es so was wie das Baukindergeld, ne? Da gab es steuerliche, äh, Fördermöglichkeiten. Ähm, ich sage mal, früher hatte man auch nicht diese hohen Standards wie heutzutage, auch, auch die, die, die aufsichtsrechtlichen: Standards oder die, die behördlichen Standards, die zu erfüllen sind. Ingo Buchholz: Also vielleicht ein bisschen quadratisch, praktisch, gut, ein bisschen kleiner, äh, äh, kleiner bauen. Und, ähm, ich sage mal, also vielleicht muss es noch weitere Anreize geben. Da sind ja Dinge auch im Gespräch, dass man sagt, okay, wenn es um die eigenen vier Wände, äh, geht, dann könnte man ja vielleicht auf die Grunderwerbsteuer verzichten und so weiter und so weiter. Ingo Buchholz: Ich glaube, das gemeinsame Ziel muss doch sein, wieder mehr Menschen in die eigenen vier Wände zu bringen. Das hat ja auch was mit, mit der Altersvorsorge zu tun, mit der Vermögensbildung. Stefan Bürger: Schon mal ganz, wenn man sich überlegt, dass andere alternative Kapitalanlagen so für den Durchschnittsmieter oder den Durchschnittskunden auch schwer zu managen sind, ne.
Stefan Bürger Also wer beschäftigt sich mit Aktiendepots und mit ETFs? Wäre alles wünschenswert und ist natürlich mit der Sparkasse an der Seite auch technisch gar kein Problem. Und trotzdem sind wir uns einig, dass wir, äh, liebe Hörer, Sie müssen sich ein Schmunzeln hier am Tisch vorstellen, aber natürlich sind wir uns einig, dass es: nichts Besseres als Altersvorsorge gibt als die Immobilie selber. Stefan Bürger: Aber wie schauen Sie da drauf, Herr Buchholz, dass wir ja, wir sind gerade in Kassel, dreißig Kilometer von hier entfernt gen Osten Leerstand haben. Dass wir, ähm, auch Märkte haben, in denen wir mit zwölf, dreizehn, vierzehn Prozent Leerstand Mieten haben, über die man hier in den Ballungsraumzentren ja sich nur die Augen reiben kann. Stefan Bürger: Also wie geht eine Sparkasse mit diesem Stadt-Land-Gefälle um? Ingo Buchholz: Ja, also das gibt es, äh, tatsächlich, das muss man sich in der Tat, äh, angucken und ich glaube, dass, äh, dieses, diese, ähm, die Struktur des Immobilienmarkts, äh, in den nächsten Jahren noch deutlich heterogener wird. Das hat ja auch ein Stück weit was mit der demografischen, äh, Entwicklung zu tun.
Ingo Buchholz Und was man natürlich sieht, es, äh, gibt so 'n Fokus auf die Oberzentren. Also die, der ländliche Raum stirbt sukzessive aus und es gibt so 'n, so 'n Run aufs Oberzentrum. Und, äh, dieses Gefälle, das: werden wir meines Erachtens, äh, in den nächsten Jahren sehen. Wenn man sich so die Entwicklung anguckt und ich hatte neulich mal so 'n Bericht gelesen, ähm, dann geht man davon aus, dass die Leerstandsquote insbesondere in den, in den neuen, äh, Bundesländern, äh, bis 2035 um acht Prozentpunkte nach oben geht. Ingo Buchholz: Und, und das werden wir sehen, ne. Da, da, ähm, wird man gegebenenfalls, äh, Immobilien auch nicht mehr verkaufen können. Lage, Lage, Lage. Und ich glaube, was ein, ein Weiteres noch mit dazu kommt, wir haben ja auch das ganze Thema, ähm, äh, der, der energetischen, äh, Sanierung, die natürlich letztendlich auch eine Rolle spielen.
Ingo Buchholz Also wie, äh, ist eine Immobilie energetisch ausgestattet? Das wirkt sich ja auf den Preis aus. Und wenn ich dann eine schlechte Lage habe, verbunden mit der Notwendigkeit, noch weiter zu investieren, äh, dann muss man kein Zauberer sein, um letztendlich auch festzustellen, d-das wird nichts. Da wird man eher auch, äh, ich sage mal, so die Bewegung: Richtung Ballungszentrum eben noch forcieren. Ingo Buchholz: Und von daher gilt es, glaube ich, zu überlegen: Wie gelingt es uns eigentlich und wie gelingt es der Politik, so den ländlichen Raum wieder stärker zu etablieren? Das kann ja auch schön sein, ne. Also Preis-Leistungs-Verhältnis für Familien und so weiter. Dafür brauche ich natürlich auch 'ne gewisse Infrastruktur, sonst wird es nicht funktionieren. Stefan Bürger: Sehen Sie da politische Impulse oder ist das im Grunde, so nehme ich das wahr, tatsächlich ein völlig unbe-unbeleuchtetes Politikfeld? Also wir reden über Wohnungsnot, wir reden über Abbruchprogramme, also immer über die, die jeweiligen Silos, die ich da in dem einzelnen Markt habe. Aber sich zu überlegen, wie kann ich die Silos mit einer übergeordneten politischen, regionalpolitischen oder bundespolitischen Ordnung anzugehen. Stefan Bürger: Da liest, da hört man nichts drüber. Das fällt meines Erachtens tatsächlich auch dieser Kirchturmpolitik, die vielerorts vorhanden ist, zum Opfer. Oder schätzen Sie das anders ein?
Ingo Buchholz Nee, das ist so. Also ich, ich sag mal, die Grundvoraussetzung, um den ländlichen Raum zu belegen, ist Infrastruktur. Infrastruktur,: Infrastruktur und noch mal Infrastruktur. Ingo Buchholz: Und das geht mit der, äh, Digitalisierung fängt das an. Das heißt, habe ich überhaupt, äh, überall Internet und dann in, in welchem Volumen? Und das geht mit diesem klassischen Straßen, äh, Bau weiter. Das geht mit dem öffentlichen Nahverkehr weiter. Und das ist die Grundvoraussetzung. Wenn ich das nicht habe- Stefan Bürger: Mhm. Ingo Buchholz: -dann wird es mir auch nicht gelingen, äh, diesen ländlichen Raum zu erschließen. Das ist die Grundvoraussetzung. Und wir sehen's doch überall, auch im Großen. Überall. Ich, ich-- Man sieht's jetzt bei der, bei der A neunundvierzig. Ich hab's im Emsland, äh, gesehen. Das ist diese Verbindung oben vom Emsland ins Ruhrgebiet.
Ingo Buchholz Da gab es vor Jahren mal ein, ein Bereich, vierzig, fünfzig Kilometer, d-d-der, da, da gab's diesen Autobahnschluss nicht. Den hat man dann irgendwann über ein, ein, ein, ein, eine private Initiative refinanziert und errichtet und man konnte gar nicht so schnell gucken, wie sich letztendlich an dieser Autobahn, an dieser Infrastruktur Unternehmen angesiedelt haben,: Häuser angesiedelt haben und so weiter. Ingo Buchholz: Ich glaube, das ist das A und O und das ist die Grundvoraussetzung. Ich muss erst die Infrastruktur schaffen, um darüber letztendlich den ländlichen Raum zu erschließen. Das ist nicht preiswert, aber ich glaube, das wär eine gute Alternative, auch um so eine Regulierung, äh, was das, äh, Immobilienpreisniveau angeht. Stefan Bürger: Ja, und gleichzeitig überhitzte Märkte- Ingo Buchholz: Genau. - Stefan Bürger: abkühlen würde, Wertverluste oder ganze Wertabschreibungen in schwierigen Märkten, auch aus Bankensicht ist das ja ein Risiko, verhindern oder zumindest mal abmildern würde und vielleicht in 'ner Gesamtkostenberechnung auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Stefan Bürger Natürlich ist Infrastruktur, äh, erst mal teuer in der Erstherstellung, aber wir gehen ja in Deutschland davon aus, dass Deutschland schon gebaut ist. Also wenn wir jetzt über vierhunderttausend Wohnungen reden, wir haben zweiundvierzig Millionen Euro, äh, Wohnungen, äh, in Deutschland, dann sieht man, dass im Grunde Deutschland fertig gebaut ist und wir aus unseren: Beständen, die wir auf Stadt und auf Land verteilen, einfach die besten Nutzungen herausholen müssten. Stefan Bürger: Also ein Appell von uns beiden an dieser Stelle zum Thema Stadt-Land-Gefälle und übergeordnete politische Impulse. Aber Sie sprachen eben gerade den Begriff, äh, äh, Klimaregulatorik mit an, was, wenn's darum geht, als Bank auf eine Immobilie und auf eine Finanzierung zu gucken, ja auch immer mehr an Relevanz zunimmt. Stefan Bürger: Ich erlebe dort in Deutschland 'n ganz buntes Bild. Es gibt Banken, die reagieren da kaum drauf, andere arbeiten mit Scoring-Systemen. Also für mich ein ganz wildes, noch etwas unsortiertes Bewertungsfeld. Wie schauen Sie auf die Aufgabe als Bank, die, die Klimaqualität einer Immobilie einwerten zu müssen oder zu sollen?
Ingo Buchholz Das, ähm, was man natürlich auch feststellt, ähm, dass, ähm, d-der, der Zustand der Immobilie auch der Ich, ich sag mal, der klimatische: Zustand, äh, der Immobilie sich letztendlich auch auf den Preis auswirkt. Und, ähm, in unserer Analyse und in unserer Bewertung der Immobilie spielt das natürlich, äh, eine große Rolle. Ingo Buchholz: Es gibt Stefan Bürger: Abwertungen. Ingo Buchholz: So ist es. Da unterscheidet man natürlich, äh, zwischen den gewerblichen Immobilien, das da sicherlich noch 'ne andere Relevanz, und der Privatimmobilie. Aber logischerweise ist das ein Ausfluss auch des Preises und des Wertes einer Immobilie, nach welchen energetischen Standards sie letztendlich da auch steht. Stefan Bürger: Mhm.
Ingo Buchholz Und, ähm, ich, ich glaube, da unterscheiden wir uns vielleicht auch von anderen in, in Sachen der Beratungskompetenz, was meines Erachtens ganz, ganz wichtig ist. Was uns, äh, auf der einen Seite wichtig ist, äh, also Punkt eins, äh, die, die nachhaltige Neubaufinanzierung, den Kunden entsprechend zu begleiten, aber auch, ähm, bei einer Bestands-, äh, Immobilie, äh, die, äh, energetische Transformation, äh, mit dem: Kunden gemeinsam zu vollziehen. Ingo Buchholz: Und, äh, in diesem Zusammenhang, ähm, spielt für uns natürlich auch die Förderkulisse eine ganz, ganz große Rolle. Und damit Sie mal so Vorstellung haben: Äh, wir beantragen jeden Tag im Jahr, jeden Arbeitstag im Jahr mehr als zwei Förderanträge. Stefan Bürger: Mhm. Ingo Buchholz: Und das ist 'ne ganze Menge. Wir sind die, äh, Sparkasse in, in, in Hessen mit dem höchsten Volumen oder höchsten Anzahl an, an, äh, geförderten oder Anträgen für, für, für, für geförderte Finanzierung. Ingo Buchholz: Und, äh, das ist für uns ganz, ganz wichtig, was die Qualität der Beratung ausmacht. Denn wenn es Förderprogramme gibt, dann wollen wir sie dem Kunden auch zur- Auch Stefan Bürger: anbieten können. Aber ist das, Herr Buchholz, jetzt mal volkswirtschaftlich betrachtet eine gesunde Entwicklung, dass Bauen eigentlich nur noch mit Fördermitteln darstellbar ist?
Stefan Bürger Weil häufig ist es ja so, äh, dass ich tatsächlich ohne, also nur aus Eigenkapital: mit einer Fremdfinanzierung, äh, dreißig siebzig oder so was überhaupt gar nicht mehr zu Potte komme. Ingo Buchholz: Na ja, na gut, das ist ja das, was ich gesagt habe. Wir müssen einfach preisgünstiger werden, was das Thema Bauen angeht. Aber ich glaube, es ist auch sinnvoll, weil, äh, die Investitionen so sind, wie sie sind, äh, habe ich natürlich die Möglichkeit, über, über Fördergelder, über subventionierte Darlehen eben auch Anreize zu schaffen, ähm, Dinge voranzutreiben. Ingo Buchholz: Das liegt ja auch im Interesse. Wenn man sich überlegt, dass, äh, wenn man sich den deutschen Immobilienbestand, äh, anguckt- Stefan Bürger: Mhm. - Ingo Buchholz: dann, ähm, es sind fünfundsechzig Prozent des Immobilienbestandes mit, ähm, a-a-a sind, sind vor 1980 errichtet worden. Speaker 3: Mhm. Ingo Buchholz: So, das sind also Altimmobilien mit einer entsprechenden Dämmung, mit, mit einer entsprechenden Struktur, mit, mit veralteten Öl- und, und Gasheizungen.
Ingo Buchholz Und wenn man auf der anderen Seite sieht, dass ein Drittel des gesamten Klimaverbrauchs alleine durch die Immobilien: kommt und der Immobilienverbrauch von alten Bestandsimmobilien doppelt so hoch ist wie bei Neubauten, finde ich es doch gut und auch richtig, wenn der Gesetzgeber Anreize schafft- Stefan Bürger: Mhm. Ingo Buchholz: -hier letztendlich auch über solche speziellen Förderprogramme dafür zu sorgen, dass ich eben auch in, äh, äh, neue, äh, äh, Heizungsanlagen investiere, in Photovoltaik und so weiter, in eine andere Dämmung, um letztendlich auch, ähm, die, die Häuser klimatisch aufzurüsten. Stefan Bürger: Wenn wir jetzt über die Finanzierung sprechen und die Fördermittel, müssen wir auch über den Zins reden, Herr Buchholz. Stefan Bürger: Es hilft alles nichts. Sie hatten erwähnt, vor ein paar Jahren waren wir auf einem so günstigen Niveau, dass dieser Sprung in die eigene Immobilie immer noch möglich war. Und GWH verkauft jedes Jahr mehrere Hunderte Eigentumswohnungen an Eigennutzer, gebrauchte Eigentumswohnungen. Von daher sind wir genau Teil auch der Klientel, die in ihre Finanzierungen fallen.
Stefan Bürger Nichtsdestotrotz haben wir ja nun, äh, einen erheblichen Zinsanstieg: gesehen. Die Zinswende tut ordentlich weh. Sie werden jetzt wahrscheinlich gleich sagen, so weltbewegend ist das nicht. Aber auf der anderen Seite, wo, wo sehen Sie denn die Zukunft des Zinses? Sind wir jetzt auf einem Plateau? Ingo Buchholz: Es kommt immer darauf an, von wo man kommt. Ingo Buchholz: Also, äh, wenn der Kunde keinen Zins gezahlt hat, äh, dann ist natürlich, ähm, eine prozentuale, eine prozentuale deutlich höher als, als, äh, wenn ich auch von einem anderen Zinsniveau komme. Also wir liegen irgendwo zwischen drei und vier Prozent. Also ich sage mal, als ich groß geworden bin Da hatten wir Zinssätze von elf Prozent. Stefan Bürger: Mhm. Ingo Buchholz: Und jetzt müsste man ja sich die Frage stellen: Moment mal, wie kann das denn eigentlich funktionieren? Elf Prozent, heute vier Prozent. Stefan Bürger: Mhm. Ingo Buchholz: Aber irgendwie gab es doch damals auch, äh, rege Neubautätigkeit. Stefan Bürger: Das kann ich Ihnen jetzt beantworten, weil als Sie vorhin gesagt haben, wir müssen günstiger bauen, dann ist das nämlich die Antwort drauf.
Stefan Bürger Ja. Ich habe damals für tausend Euro auf den Quadratmeter gebaut und dann kann: ich auch elf Prozent finanzieren. Wenn ich heute sechstausend Euro auf dem Quadratmeter habe, tun vier Prozent sehr we-- das ist eigentlich die Asymmetrie in der Gleichung, ne. Ingo Buchholz: Na ja gut, also ich, ich glaube auch, das Anspruchsniveau ist ein anderes. Ingo Buchholz: Also das noch mal, äh, ich will da gar nicht mit, mit irgendwem auf, um, mit Fingern zeigen, aber, äh, ich sage mal, wenn man sich so die, die Objektgröße anguckt, das sind, äh, früher klassische Siedlerhäuser gewesen. Mhm. Äh, dann hat man die gerade fertig gebaut. Den Garten hat man selbst gemacht. Das lässt man ja heute im Zweifel auch machen. Ingo Buchholz: Dann saß, äh, äh, stand draußen vor der Tür ein VW Käfer. Ähm, man hatte vielleicht noch einen Schwarzweißfernseher und ist im Urlaub dann zur Oma gefahren, äh, mal übers verlängerte Wochenende, weil man sich mehr nicht leisten konnte. Stefan Bürger: Also der Appell ist, wir müssen die hohen Zinsen durch Einschränkungen in unserem Lebensstandard jetzt mal kompensieren.
Ingo Buchholz Herr Bürger, wir liegen bei drei bis vier Prozent und natürlich ist es ein Zinsanstieg, aber das ist doch nicht das Problem. Das Problem sind die enormen Kostensteigerung, äh, im, im, im: Bau in den letzten Jahren. Das Problem sind die, die hohen Standards, die wir mittlerweile in, in Deutschland haben. Und, äh, das alles führt dazu, dass man sich das nicht mehr leisten kann. Ingo Buchholz: Und deswegen glaube ich, brauchen wir auch irgendwie, ich, ich sag's mal so, äh, wieder so, so 'ne, so 'ne Art standardisiertes Bauen. Mhm. Wo das Bauen von der, von der Stange, wo, wo ich, äh, wo nicht jede Immobilie individuell ist, sondern wo man auch guckt und sagt: „Okay, was kriege ich jetzt für den Quadratmeter XY an Immobilie?" Ingo Buchholz: Und da müssen wir hin. Stefan Bürger: Mhm. Gut, also wir sind auf einem nicht zu hohen Niveau. Jetzt stellt sich die Frage in die Zukunft: Ähm, wie wird sich's denn Ihrer, Ihrer Erwartung nach entwickeln? Wir sehen auf der einen Seite, äh, die Kriege, die uns natürlich Unsicherheit bringen, die das Thema Inflation bewegen und damit natürlich auch die Zinsthematik plötzlich wieder virulent machen.
Stefan Bürger Auf der anderen Seite sehen wir, dass sich Amerika natürlich ganz stark auch mit den Veränderungen bei der FED positioniert auf Zinsstabilität, am liebsten sogar Zinssenkung. Also wir haben sehr diametrale: Wirkungskräfte im Moment. Was ist so Ihre Einschätzung, wenn Sie drauf gucken? Und wir müssen jetzt sagen, wir nehmen den Podcast am 19. Stefan Bürger: Mai 2026 auf. Also jeder, der ihn später hört, muss es sich bitte auf den Tag jetzt noch mal kalibrieren. Ingo Buchholz: Also ja, es ist ja schwierig insofern, wenn man in die Zukunft guckt, ähm- Aber, äh, ich glaube, dass, ähm, äh, auch, auch mit Blick nach vorne, dass wir, ähm, ich sage mal, vielleicht normal, äh, leichte, äh, Anstiege sehen werden, ähm, aber das, äh, ist eher so im moderaten Bereich. Ingo Buchholz: Wobei diese Aussagen natürlich sehr schwierig sind. Ähm, ich sage mal, wenn Sie mich vor fünf Jahren gefragt hätten, äh, dann hätte ich eben, äh, auch, äh, diesen, diesen schnellen deutlichen Zinsanstieg auch nicht prognostiziert, wie viele Auguren, äh, eben auch nicht, weil es eben auch was mit, äh, geopolitischen Rahmenbedingungen zu tun hat. Ingo Buchholz: Und das sehen wir ja jetzt auch. Stefan Bürger: Genau.
Ingo Buchholz Dadurch: dass, ähm, dass der Konflikt jetzt mit dem Iran ist, die Energiepreise gehen nach oben. Das macht was mit der Inflation, das macht was mit den Preisen, das macht was mit den Baukosten. Ähm, und das hat dann letztendlich dann auch Auswirkungen gegebenenfalls auf den Zins. Ingo Buchholz: Aber, ähm, wenn, äh, wir jetzt keine irgendwelchen wie gearteten geopolitischen Ausschläge haben, gehe ich davon aus, dass wir uns in diesem Niveau auch, äh, die nächste Zeit auch bewegen werden. Stefan Bürger: Also Ingo Buchholz: eher eine Stefan Bürger: Plateausituation Ingo Buchholz: in der Hinsicht. Da gibt es nicht die Erwartungshaltung, dass es jetzt, äh, deutlich nach oben geht oder gibt es auch nicht die Erwartungshaltung, dass es, äh, dass wir wieder so eine Situation haben wie vor fünf Jahren. Stefan Bürger: Kein Gespräch mit den Geschäftsführern der Branche, ohne dass wir Digitalisierung, äh, wenigstens mal antippsen müssen. Und die Digitalisierung bei den Banken, die ist sehr unterschiedlich, wie wir sie in der Branche wahrnehmen. Äh, wir hatten jetzt wieder eine Kreditvorlage, die wir machen mussten. Da haben wir zwei Aktenordner kopiert.
Stefan Bürger Auch das gibt es noch. Andere: Häuser sind, äh, ziemlich weit vorne. Wie schauen Sie als großes Haus, großes Sparkassenhaus, auf das Thema Digitalisierung? Ist es, äh, ein notwendiges Übel oder ist es eine, eine wirkliche Möglichkeit, auch, äh, wie soll ich sagen, Beratungsqualität, Dienstleistungsqualität, Servicequalität, die ja eine Sparkasse sich auch anzieht, als Aufgabe zu verbessern? Ingo Buchholz: Ja, also ich glaube genau Letzteres. Also wir brauchen mehr Digitalisierung. Also wir haben ja noch ein anderes Thema, was wir gar nicht angesprochen haben, so richtig das Thema demografische Veränderung. Das bedeutet ja, das wird uns als Sparkasse auch treffen. Und von daher brauchen wir Digitalisierung, um Prozesse eben auch zu vereinfachen und auch schneller zu machen.
Ingo Buchholz Wenn ich Prozesse vereinfache und schneller mache, dann hat das nicht nur, äh, positive Aspekte für die Sparkasse, sondern auch für den Kunden, weil das letztendlich ja auch was mit, mit Qualität hat, wenn ich, äh, schneller eben auch vorankomme.: Also Digitalisierung wird uns unterstützen, äh, im, im Service, also in der Bearbeitung, äh, von Dingen. Ingo Buchholz: Und, äh, Digitalisierung, äh, wird auch in der, in der Kundenberatung, äh, eine Rolle spielen, äh, logischerweise, wo, ähm, wir Dinge eben auch anders, äh, darstellen können, äh, einfacher darstellen können und auch schneller darstellen Stefan Bürger: können. Wie nehmen Sie die Mitarbeiter mit bei diesem Weg? Also wir sind und das ist ja in unseren Branchen auch 'ne, 'ne Parallele, ja eher aus behördlichen Strukturen vor Jahrzehnten erwachsen, sind dann ins Unternehmerische gekommen, sind in dem Unternehmerischen auch dynamischer geworden als Sparkassen, als Banken, als Wohnungsgenossenschaften, Wohnungsunternehmen überhaupt.
Stefan Bürger Die ganze Immobilienbranche hat sich da natürlich stark entwickelt. Und trotzdem erlebe ich immer wieder, dass Digitalisierung Ängste bei den Mitarbeitern, manchmal sogar Verteidigungshaltungen auslöst. Wie nehmen Sie das bei sich: wahr? Ingo Buchholz: Also ja, das gab es auch. Aber ich glaube, mittlerweile merken natürlich auch die Kolleginnen und Kollegen, dass, äh, es hier nicht um, äh, Arbeitsplatzvernichtung geht, sondern und, äh, um Unterstützung. Ingo Buchholz: Denn ich sage mal, wenn es uns nicht gelingt, die viele Prozesse zu digitalisieren, werden die Leute, die dann noch, äh, im Job sind, die Arbeit gar nicht leisten können. Und ich glaube, diese Sichtweise setzt sich, äh, sukzessive auch durch. Und, ähm, das nehme ich zumindest auch bei unserem Personalrat wahr, dass es da jetzt keine große Angst gibt, äh, was weiß ich, die Sparkasse will wieder Personal abbauen oder Sonstiges, sondern man sieht eben auch die Notwendigkeit, sich zu verändern, um so zu bleiben, wer wir heute sind und die Dienstleistungen auch anzubieten, die wir heute anbieten.
Ingo Buchholz Und das wird perspektivisch nur mit einer größeren Digitalisierung möglich sein. Und von: daher Also im Großen und Ganzen, glaube ich, ähm, ist, ist das Thema jetzt Arbeitsplatz oder Angst um den Arbeitsplatz spielt zumindest in unserem Hause nicht die große Rolle. Stefan Bürger: Ist ein Stück weit, glaube ich, auch professionalisiert. Stefan Bürger: Die Leute haben gemerkt, dass der Mehrwert, ähm, treibt, auch für den Kunden, für sich selber und dass es nicht eine Eins-zu-eins-Rechnung ist, neue digitale Tools bauen im gleichen Maße Stellen ab oder Ähnliches. Wollen wir hoffen, dass es bei KI vielleicht ähnlich geht, dass auch da irgendwann dieser Angst- und Vorbehaltseffekt verloren geht. Ingo Buchholz: Na ja, ich sage mal, die, die Leute merken doch auch, auch wenn wir, wenn wir sagen, also die Prozesse werden schlanker, aber tendenziell gibt es doch auch irgendeine Arbeitsverdichtung, ne. Logischerweise auch da, dadurch, dass die, auch wenn wir immer über Entbürokratisierung reden, dass die aufsichtsrechtlichen Themen immer komplexer werden. Ingo Buchholz: Und da spürt man doch auch, ähm, dass, dass, äh, es durch Digitalisierung eben auch an der einen oder anderen Stelle Abhilfe schafft, ne.
Stefan Bürger Zum Schluss: unseres Gespräches noch ein Blick in die Zukunft. Wenn wir zehn Jahre uns weiterbeamen und mal schauen, vielleicht nicht nur auf die Kasseler Sparkasse, sondern auf die Bankenlandschaft insgesamt: Was würden Sie meinen? Stefan Bürger: Haben wir mehr Banken als heute? Haben wir weniger? Wird es sich konsolidieren? Ähm, wird es sich weiter globalisieren? Ähm, das Thema Commerzbank, Unicredit, äh, ist ja so eine Debatte, wenn's um das Thema Internationalisierung des deutschen Bankengeschäftes gehen. Also vielleicht so drei, vier Sätze aus Ihrer, aus Ihrem Mund, denn ich hab's in der Anmoderation nicht erwähnt, aber Sie sind natürlich in vielen weiteren Gremien auch führend vertreten der deutschen Bankenlandschaft. Stefan Bürger: Von daher haben Sie ja auch 'n Blick aus anderer, aus, aus anderen Blickwinkeln auf die Branche. Was würden Sie meinen? Wo stehen wir in zehn Jahren? Ingo Buchholz: Eins, äh, ganz sicher: Äh, auch in zehn Jahren, äh, wird es logischerweise noch eine leistungsfähige Sparkassenfinanzgruppe geben. Stefan Bürger: Mhm.
Ingo Buchholz Vielleicht, äh, oder d-d-das, das wird so sein, dass die, die, die Arbeitsweise eine andere: sein wird, weil wir, ähm- ähm, dann auch stärker uns mit dem Thema KI auseinanderzusetzen haben. Ingo Buchholz: Auf der einen Seite prozessual, was uns erleichtert, aber auf der anderen Seite eben auch die Herausforderung: Was bedeutet das, ähm, für uns eigentlich im, im, im Kundengeschäft als, ähm, regionale Sparkasse? Wie bleiben wir auch, äh, im Zeitalter der KI weiterhin, äh, relevant? Und da bin ich mir sehr, sehr sicher, dass, ähm, äh, genau wie die, wie die, wie die Digitalisierung oder auch die KI eins nicht ersetzen kann: den Menschen und vielleicht die Beraterin und den Berater vor Ort, äh, die gemeinsam mit ihrem Kunden die unterschiedlichsten Angebote auch sortiert.
Ingo Buchholz Denn auch in Zukunft wird es so sein, dass für einen Privatkunden die Investition in die eigenen vier Wände die größte und umfangreichste Investition in seinem Leben sein: wird. Und ich glaube, dass man dann auch in den nächsten zehn Jahren und darüber hinaus, äh, es immer noch wichtig ist, dass, ähm, äh, ein, ein, ein kompetenter Berater oder eine kompetente Beraterin vor Ort mit dem Kunden gemeinsam dieses Angebot noch mal sortiert, äh, und bespricht. Ingo Buchholz: Und was die Anzahl der Finanzinstitute angeht, da glaube ich, dass dieser Prozess der Konsolidierung sukzessive auch weitergehen wird. Stefan Bürger: Ja, dann herzlichen Dank mit diesem hoffnungsfrohen Ausblick in die Zukunft von zehn Jahren Zukunft bis hin zu dem Appell, wir müssen mehr im Stadt-Land-Gefälle machen und, äh, die Politik ist herausgefordert. Stefan Bürger: Da haben wir einen breiten Bogen geschlagen. Das war, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, Ingo Buchholz, der Vorstandsvorsitzende der Kasseler Sparkasse, mit einem sehr geistreichen, instruktiven Gespräch, einem Blick in die Bankenwelt. Danke, dass Sie da waren und ich freue mich, wenn wir uns wieder hören. Speaker 3: Ja, Ihnen auch alles Gute. Speaker 3: Tschüss. Tschüss.
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